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Berlusconis Partei bittet Napolitano um Gespräch

Nach der Verurteilung von Silvio Berlusconi verlangt seine Partei vom Staatschef Napolitano eine Begnadigung. Mit dem selben Anliegen wollen Anhänger des Medienzaren morgen in Rom auf die Strassen gehen.

«Opfer einer Justizverfolgung ohnegleichen»: Silvio Berlusconi verteidigt sich in einer Videobotschaft an das italienische Volk. (1. August 2013)
«Opfer einer Justizverfolgung ohnegleichen»: Silvio Berlusconi verteidigt sich in einer Videobotschaft an das italienische Volk. (1. August 2013)
Keystone
Lassen die Korken knallen: Berlusconi-Gegner feiern das Urteil vor dem Kassationsgericht. (1. August 2013)
Lassen die Korken knallen: Berlusconi-Gegner feiern das Urteil vor dem Kassationsgericht. (1. August 2013)
AFP
Dieser Mann will Berlusconi hinter Gittern sehen. (1. August 2013)
Dieser Mann will Berlusconi hinter Gittern sehen. (1. August 2013)
Reuters
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Nach dem ersten rechtskräftigen Urteil gegen Silvio Berlusconi erhöht seine Partei PdL (Volk der Freiheit) den politischen Druck auf Staatschef Giorgio Napolitano für eine Begnadigung des Medienzaren.

Die Minister und Parlamentarier seiner Partei seien zum Rücktritt bereit, sollte es nicht noch eine Lösung für ihren Chef geben, bekräftigte PdL-Parteichef Angelino Alfano nach Angaben italienischer Medien vom Samstag. PdL-Fraktionschefs Renato Schifani und Renato Brunetta wollen um ein Treffen mit Napolitano bitten, um die Begnadigung Berlusconis zu verlangen.

«Wir sind alle mit Silvio»

Am Sonntag ist in Rom eine Demonstration von Berlusconis Anhängern geplant. Sie wollen die Begnadigung des Medienzaren verlangen. «Wir sind alle mit Silvio!», lautet der Slogan der Veranstaltung, die auf der zentralen Piazza Santi Apostoli in Rom geplant ist.

«Berlusconi ist von Millionen von Italienern gewählt worden. Es ist ein Skandal, dass politisch beeinflusste Richter ihn seines Parlamentssitzes berauben wollen», betonten Anhänger Berlusconis.

Berlusconis PdL ist einer der Koalitionspartner der Sozialdemokraten von Ministerpräsident Enrico Letta und will wegen der Verurteilung eine Justizreform durchsetzen. Berlusconi hatte bei einem Treffen mit PdL-Abgeordneten Teilnehmern zufolge behauptet, man sei zu Neuwahlen bereit, wenn es diese Reform nicht gebe.

Montis Warnung

Ex-Premier Mario Monti warnte vor der Gefahr einer Regierungskrise in Italien. «Es wäre dramatisch, wenn die Regierung stürzen würde. Das Interesse des Landes muss überwiegen», sagte Monti in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» am Samstag.

Das höchste Berufungsgericht Italiens hatte am Donnerstag die von zwei unteren Instanzen in Mailand verhängte Haftstrafe wegen Steuerbetruges bestätigt. Damit wurde der in mehrere Prozesse verwickelte Berlusconi erstmals rechtskräftig verurteilt.

Ihm droht ein Jahr Hausarrest. Die Richter vertagten jedoch die Entscheidung über ein fünfjähriges Verbot, öffentliche Ämter auszuüben. Berlusconi und seine Anhänger reagierten auf das Urteil empört.

SDA/wid

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