Zum Hauptinhalt springen

Berlusconis neue Freundin bedeutete sein Ende

Der ehemalige Berlusconi-Vertraute Nicola Cosentino sitzt im Gefängnis. Er hat mit der Mafia geschäftet.

Erpressung, Nötigung, Geldwäsche: Diese Vorwürfe würden vielerorts ­ausreichen, um die Karriere eines ­Politikers zu beenden. Erst recht gepaart mit dem Verdacht der Zusammenarbeit mit einer Mafia-Organisation. Doch Nicola Cosentino fühlte sich über diese Art von «Verleumdung» erhaben. Gerade war der 55-Jährige mit dem Aufbau einer neuen Partei beschäftigt, als er in seinem Heimatort Casal di Principe, rund 20 Kilometer nördlich von Napoli, verhaftet wurde. Forza Campania sollte an den Europawahlen Ende Mai teilnehmen, aber wahrscheinlich wird daraus nichts. Der Boss sitzt einstweilen im Gefängnis – bereits zum zweiten Mal innert eines Jahres.

Im Frühjahr 2013 war Cosentino schon einmal festgenommen worden, ebenfalls unter Mafiaverdacht. Inzwischen ist er angeklagt, als wichtigster politischer Gewährsmann des Camorra-Clans der Casalesi an illegalen Geschäften wie Bauspekulation und Giftmüllhandel beteiligt gewesen zu sein. Die Casalesi sind wie Cosentino in Casal di Principe ansässig – auch der Schriftsteller Roberto Saviano stammt aus dieser Kleinstadt. Als Saviano mit seinem Roman «Gomorrha», der in einem Buchverlag Silvio Berlusconis erschien, weltberühmt wurde, verkündeten die Casalesi sein Todesurteil. Seitdem lebt der Autor im Untergrund. Cosentino hat nie ein Wort über Saviano verloren. Der ehemalige Premier Berlusconi aber distanzierte sich von seinem Bestsellerautor, der inzwischen für die Konkurrenz schreibt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.