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Berlusconis mysteriöse Begleitung

Seit der italienische Ministerpräsident beim Gipfel von Toronto mit einer Blondine aufgetaucht ist, rätselt Italien über die junge Frau. Jetzt spricht sie erstmals öffentlich.

Silvio Berlusconi markiert gerne den Frauenhelden. Dabei äussert der 73-Jährige bemerkenswerte Sätze wie diesen: «Seitdem ich geschieden bin, stehen die Frauen vor meiner Türe Schlange. Jede will mich, weil ich reich, sympathisch und nicht blöd bin.» Zu diesen Frauen, die die Gesellschaft des Cavaliere schätzen, gehört auch die junge Federica Gagliardi. Die 28-Jährige begleitete den italienischen Ministerpräsidenten am vorletzten Wochenende an den G-8- und G-20-Gipfel in Kanada.

Der Auftritt der attraktiven Blondine mit Berlusoni war aufregend genug, um zu einem grossen Thema in den italienischen Medien zu werden. In der Berichterstattung gab es aber auch bissige Bemerkungen über ihr auffälliges weisses Kleid, das sie anlässlich des Gipfeltreffens in Toronto getragen hatte. «Ich werde angegriffen, weil ich blond bin und hübsch aussehe», sagt Gagliardi im Gespräch mit der Mailänder Zeitung «Corriere della Sera». Sie spricht mit der Zeitung, obwohl sie über die Medien verärgert ist. Es ist das erste Interview, seit die öffentliche Aufregung um ihre Person ausgebrochen ist.

Seit Jahren in der Politik tätig

Die junge Frau, die von ihren Freundinnen «Barbie» genannt wird, arbeitet als Sekretärin von Renata Polverini, der Präsidentin der Hauptstadtregion Latium. Polverini ist Mitglied von Berlusconis Partei Volk der Freiheit. Gagliardi hat gemäss eigenen Angaben grosse Freude an der Politik. Ob sie selber Politikerin werden will, lässt sie offen. Seit Jahren macht sie aber ein Praktikum nach dem anderen. Dabei spielte es keine Rolle, ob es linke oder rechte Parteien oder Politiker waren. Die Berlusconi-Begleiterin betont im Gespräch mit dem «Corriere», dass sie ein Jusstudium abgeschlossen habe und drei Sprachen beherrsche.

Offenbar musste Gagliardi nur einmal anfragen, um gleich vom italienischen Premier nach Kanada eingeladen zu werden. «Ich habe Berlusconi gebeten, eine internationale Erfahrung machen zu dürfen. Und dann kam das O.k. Schliesslich habe ich mich über die G-8 und die G-20 informiert.» Der Ministerpräsident soll die attraktive Frau bei einer Wahlveranstaltung kennen gelernt haben und von ihr sehr beeindruckt gewesen sein.

Beim Diner mit Obama und Sarkozy

Offiziell sprang sie für eine Sekretärin der italienischen G-20-Delegation ein, die kurzfristig verhindert war. Dass Gagliardi weder dem diplomatischen Korps noch dem Aussenministerium oder dem Stab des Ministerpräsidenten angehört, war kein Hinderungsgrund für eine Teilnahme an einem G-20-Gipfel. Beim Diner der Staats- und Regierungschefs durfte sie sich angeblich – ganz in Weiss gekleidet – mit Barack Obama und Nicolas Sarkozy ablichten lassen.

Dass sich Berlusconi von Gagliardi begleiten liess, ist inzwischen ein Politikum – wie immer, wenn es um Frauengeschichten des Ministerpräsidenten geht. «Berlusconi scheint internationale Gipfeltreffen als eine Art touristische Reisen zu betrachten, die bloss gut genug sind, die gerade aktuelle Dame zu beeindrucken», sagte ein Vertreter der Opposition. Gleichzeitig kündigte er eine dringliche parlamentarische Anfrage an.

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