Berlusconi muss sich erneut vor Gericht verantworten

Der ehemalige italienische Ministerpräsident soll mehrere Zeugen seiner Sex-Partys mit mehr als zehn Millionen Euro geschmiert haben.

Feierte ausschweifende Sex-Partys: Silvio Berlusconi liess der Anklage zufolge den Besuchern in seiner Residenz mehr als zehn Millionen Euro zukommen. (4. Dezember 2016)

Feierte ausschweifende Sex-Partys: Silvio Berlusconi liess der Anklage zufolge den Besuchern in seiner Residenz mehr als zehn Millionen Euro zukommen. (4. Dezember 2016)

(Bild: AFP)

Italiens einstiger Ministerpräsident, der Unternehmer Silvio Berlusconi, muss sich wegen Zeugenbestechung vor Gericht verantworten. Dem 80-Jährigen wird vorgeworfen, mehrere Zeugen seiner ausschweifenden Sex-Partys gehörig geschmiert zu haben, damit diese zu seinen Gunsten aussagen.

Das berichteten italienische Medien am Samstag nach einer gerichtlichen Anhörung hinter geschlossenen Türen. Der Richter setzte den Beginn des Prozesses auf den 5. April fest.

Ruby ab Juli vor Gericht Das Verfahren könnte aber auch mit demjenigen zusammengelegt werden, in dem Karima al-Mahroug alias Ruby Rubacuore und 21 Mitangeklagte ab Anfang Juli vor Gericht stehen.

Berlusconi liess der Anklage zufolge den Partybesuchern in seiner Residenz in Arcore bei Mailand zwischen 2011 und 2015 mehr als zehn Millionen Euro zukommen - in Form von Bargeld, Geschenken, Autos, Immobilien sowie der Übernahme von Rechnungen. Allein sieben Millionen Euro gingen laut Staatsanwaltschaft an Ruby.

Lebenslanges Ämterverbot

Berlusconi war im Juni 2014 in erster Instanz wegen Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Ämterverbot verurteilt worden. Einen Monat später wurde der Medienmogul dann aber wieder freigesprochen.

Seinerzeit hiess es zur Begründung, zwar habe Berlusconi Sex mit der damals 17-jährigen Ruby gehabt. Er habe jedoch nicht gewusst, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt minderjährig gewesen sei.

Im März 2015 hatte das höchste Berufungsgericht Berlusconi endgültig freigesprochen. Das jetzige Verfahren gegen die 22 Angeklagten war am 11. Januar eröffnet, wegen Verfahrensfragen aber auf den 3. Juli vertagt worden. Berlusconis Fall war nach dessen Herzoperation im Juni 2016 aus Gesundheitsgründen abgekoppelt worden. Der rechtskonservative Berlusconi war zwischen 1994 und 2011 drei Mal Ministerpräsident Italiens.

kko/sda

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