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Berlins nachsichtiger Umgang mit Moskau stösst in Kiew auf Kritik

Die deutsche Regierung setzt sich für die Ukraine ein, will aber auch das Verhältnis zu Russland nicht beschädigen. In der Ukraine fühlt man sich zu wenig unterstützt.

Verärgerung in Kiew über die quasi-neutrale deutsche Haltung: Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der ukrainische Premierminister Arseny Yatseniuk in Kiew (22. März 2014).
Verärgerung in Kiew über die quasi-neutrale deutsche Haltung: Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der ukrainische Premierminister Arseny Yatseniuk in Kiew (22. März 2014).
Gleb Garanich, Reuters

Es ist ein derber Vergleich, der derzeit in der ukrainischen Hauptstadt kursiert. Deutschland verhalte sich im Ukrainekonflikt wie ein Ehemann, dessen Frau vergewaltigt wird. Statt ihr zu helfen, rede er ihr gut zu und verspreche, nachher mit dem Vergewaltiger ein ernsthaftes Gespräch zu führen.

Deutschland, die weiche europäische Macht, die vor Putin kuscht und dabei die Ukraine verrät. Dieses Bild herrscht in Teilen des ukrainischen Politik-Establishments vor. Tatsächlich fällt auf: Während Amerikaner und viele osteuropäische Staaten auf eine harte Linie gegen Moskau drängen, sucht der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach einem Ausgleich mit dem Kreml. Nicht harte Wirtschaftssanktionen oder ein Truppenaufmarsch an der Nato-Ostgrenze sollen die Expansionsgelüste des russischen Präsidenten stoppen, sondern diplomatische Gespräche und Verhandlungen.

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