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«Berlin hat stets auf Zeit gespielt»

Historiker Hagen Fleischer erinnert daran, dass Griechenland im Zweiten Weltkrieg – abgesehen von den slawischen Staaten – die höchsten Verluste erlitten, jedoch die tiefste Entschädigung erhalten habe.

Das Massaker von Distomo: Das Bild eines anonymen deutschen Soldaten zeigt SS-Polizeigrenadiere am 10. Juni 1944 im griechischen Ort kurz nach der Exekution von 218 mutmasslichen Partisanen.
Das Massaker von Distomo: Das Bild eines anonymen deutschen Soldaten zeigt SS-Polizeigrenadiere am 10. Juni 1944 im griechischen Ort kurz nach der Exekution von 218 mutmasslichen Partisanen.
Keystone

Griechenland hat nun eine ganz konkrete Summe für Reparationszahlungen genannt, nämlich 278 Milliarden Euro. Das hört sich nach einer extrem hohen Zahl an. Was halten Sie davon?

Hier gibt es ein zweifaches Problem: Inwieweit ist die Forderung nach Inhalt und Umfang gerechtfertigt, und inwieweit ist sie durchsetzbar? Fest steht, dass die Griechen von allen nicht slawischen Staaten mit Abstand die höchsten Verluste an Menschen und Material inklusive Infrastruktur erlitten hatten, aus verschiedenen Gründen jedoch die geringsten Entschädigungen erhielten. Wenn ich nach sieben Jahrzehnten solch «präzise» Berechnungen vorgelegt bekomme, bin ich prinzipiell skeptisch. Andererseits ist die genannte Zahl nicht aus der Luft gegriffen und könnte in etwa den erlittenen und nicht entschädigten Verlusten entsprechen. In welchem Umfang und in welcher Form diese Forderung verwirklichbar ist, steht auf einem anderen Blatt.

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