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Autobombe explodiert in Nordirland

Vor der Belfaster Zentrale des britischen Inlandgeheimdienstes ist ein Anschlag verübt worden.

Nur wenige Minuten nach der Übertragung der Befugnisse über Polizei und Justiz in Nordirland ist am frühen Montagmorgen vor der Zentrale des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 bei Belfast eine Autobombe detoniert.

Durch die Explosion sei niemand ernsthaft verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Ein älterer Mann sei jedoch durch die Wucht der Explosion umgeworfen und in ein Spital gebracht worden, teilte ein anderer Polizist mit.

Der Sprengsatz sei in einem zuvor entführten Taxi deponiert worden und hinter der Palace-Kaserne in Holywood explodiert. Die britischen Fernsehsender BBC und Sky News berichteten unter Berufung auf die Polizei, die Familie des Taxifahrers sei als Geisel genommen worden. Einzelheiten über diese Tat lagen zunächst nicht vor.

Starke Explosion

In der ehemaligen Kaserne der britischen Armee am Stadtrand von Belfast sind inzwischen hunderte Mitarbeiter des MI5 untergebracht. Polizei und Feuerwehr eilten zum Tatort. Die Gegend wurde abgesperrt.

Nachbarn sprachen von einer starken Explosion, die sich kurz nach Mitternacht ereignet habe. Mehrere Häuser wurden evakuiert. Vermutlich stecke eine republikanische Splittergruppe hinter dem Anschlag, die sich dem Friedensprozess widersetzt, mutmassten britische Medien.

Wahl eines Justizministers

Mit der Übergabe der Zuständigkeit für Polizei und Justiz an die Regierung in Belfast ist die nach dem Karfreitagsabkommen 1998 eingeleitete schrittweise Übertragung von Verwaltungshoheiten an Nordirland abgeschlossen.

Das nordirische Parlament hatte Anfang März einer Polizei- und Justizreform zugestimmt und damit den langen Weg der britischen Provinz zur Selbstverwaltung abgeschlossen. Am Montag sollte das Parlament den künftigen Justizminister wählen.

Zuvor hatte die Provinz bereits die Kontrolle im Bildungs- und Gesundheitsbereich übernommen. Polizei und Justiz galten allerdings wegen der konfliktreichen Vergangenheit Nordirlands als besonders heikle Bereiche.

Jahrelanger Terror

In dem mehr als drei Jahrzehnte dauernden Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken kamen mehr als 3500 Menschen ums Leben. Während die Katholiken eine Vereinigung mit Irland anstreben, wollen die Protestanten bei Grossbritannien bleiben.

Nach jahrelanger Feindschaft hatten sich die Protestantische Unionistenpartei DUP und die katholische Sinn Fein vor knapp drei Jahren auf die Bildung einer gemeinsamen Regionalregierung geeinigt.

SDA/jak

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