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Aussenminister fordern Stopp der Kämpfe in Ostukraine

In Berlin führten die Aussenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine kontroverse Verhandlungen. Sie pochen auf die Umsetzung des Minsker Abkommens.

Alle Panzer und schweren Waffen sollen aus der Ostukraine abgezogen werden: Laurent Fabius, Pavlo Klimkin, Frank-Walter Steinmeier und Sergei Lawrow (von links). (13. April 2915)
Alle Panzer und schweren Waffen sollen aus der Ostukraine abgezogen werden: Laurent Fabius, Pavlo Klimkin, Frank-Walter Steinmeier und Sergei Lawrow (von links). (13. April 2915)
Reuters

Die Aussenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine haben in der Nacht zu Dienstag ein Stopp der neu aufflammenden Kämpfe in der Ostukraine gefordert. Der Erklärung gingen kontroverse Verhandlungen voran.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sagte nach dem Treffen der sogenannte Normandie-Gruppe man sei an einem Punkt über das im Februar beschlossene Minsker Abkommen hinausgegangen.

In der gemeinsamen Erklärung wird demnach der Rückzug aller Arten von Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und schweren Waffen auch mit weniger als 100 Millimeter Kaliber aus der vereinbarten Pufferzone zwischen ukrainischen Truppen und pro-russischen Separatisten gefordert. Dem hätten auch der russische und ukrainische Aussenminister zugestimmt.

Zudem sei die Einsetzung von vier Arbeitsgruppen vereinbart worden, die sich mit humanitären, wirtschaftlichen, politischen und sicherheitspolitischen Fragen in der Ostukraine beschäftigen sollen, sagte Steinmeier.

Neue Kämpfe im Osten

Das Treffen in Berlin hatte vor dem Hintergrund neuer Kämpfe in der Ostukraine mit mehreren Toten allein in den vergangenen beiden Tagen stattgefunden. «Wir müssen sicherstellen, dass der Waffenstillstand sehr viel stärker, möglichst umfassend eingehalten wird», mahnte Steinmeier. Alle Beteiligten sähen die Umsetzung des Minsker Abkommens als alternativlos an.

Steinmeier warnte zugleich vor einem erheblichen Rückschlag, wenn der politische Prozess zur Deeskalation nicht bald beginne, der etwa Wahlen in den Separatistengebieten vorsieht. «Wenn dieser Prozess stockt, dann droht die Umsetzung der Minsker Vereinbarung möglicherweise zu entgleisen. ... Das wollen alle Seiten verhindern», sagte er.

Mehr OSZE-Beobachter gefordert

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte nach Angaben aus Kiew die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Montagabend telefonisch über die neuen Kämpfe informiert. In dem Telefonat habe er den Separatisten vorgeworfen, den Waffenstillstand zu brechen und die schweren Waffen nicht abzuziehen, teilte sein Amt in Kiew mit.

Ausserdem müssten sofort alle Gefangenen entlassen werden. Poroschenko habe zudem die Aufstockung der OSZE-Beobachter in der Ukraine gefordert.

Die Ukraine wird auch Thema des am Dienstag in Lübeck beginnenden G7-Aussenministertreffens unter deutscher Leitung sein. Die Aussenminister Russlands und der Ukraine nehmen daran aber nicht teil.

SDA/chk

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