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Ausschreitungen bei Oranier-Märschen in Nordirland

Während der traditionellen Oranier-Märsche der Protestanten in Nordirland haben sich katholische Jugendliche in Belfast Strassenschlachten mit der Polizei geliefert.

Provokative Märsche durch katholische Gebiete: Protestantische Oranier.
Provokative Märsche durch katholische Gebiete: Protestantische Oranier.
Reuters

Vermummte Jugendliche schleuderten am Montagabend am Rand des katholischen Viertels Ardoyne Flaschen und Ziegelsteine auf die Sicherheitskräfte, die den Marsch des protestantischen Oranier-Ordens schützen sollten. Mehrere Fahrzeuge wurden gestohlen und in Brand gesteckt. Die Polizei stoppte den Umzug, um ihn von den mehreren hundert Nationalisten fernzuhalten.

Bereits unmittelbar vor Beginn der Märsche war es zu Unruhen gekommen, bei denen nach Polizeiangaben 27 Beamte verletzt wurden. An den Ausschreitungen in zwei nationalistisch dominierten Stadtteilen von Belfast seien 200 Jugendliche und junge Männer beteiligt gewesen, erklärte die Polizei. Auf drei Beamte wurde mit einem Schrotgewehr erschossen.

Die Einschränkung der Marschroute liess die Gewalt zurückgehen

Stunden später begannen mehr als 30'000 Mitglieder und Anhänger des Oranier-Ordens ihre Märsche durch nordirische Strassen. Die Oranier-Umzüge finden alljährlich am 12. Juli statt, dem Jahrestag der legendären Schlacht am Fluss Boyne nordwestlich von Dublin. Dort bezwang der Protestant Wilhelm von Oranien 1690 den englischen König Jakob II., einen Katholiken, und wurde dessen Nachfolger. Am Jahrestag der Schlacht kam es in der Vergangenheit regelmässig zu Ausschreitungen. In den vergangenen 15 Jahren mussten die Oranier immer mehr Einschränkungen bei der Auswahl ihrer Parade-Strecken hinnehmen. Gleichzeitig ging die Gewalt deutlich zurück.

In den protestantischen Gebieten entzündeten viele Menschen Freudenfeuer. Die Feuerwehr mussten 28 Mal ausrücken um zu verhindern, dass die Flammen auf Häuser übergriffen. Ein Auto raste in eine Gruppe Menschen, die ein Freudenfeuer anschauten. Sieben Menschen, darunter zwei Kinder, wurden verletzt.

dapd/mt

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