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Auch dritter Skripal-Verdächtiger soll russischer Agent sein

Gemäss einem britischen Bericht steht der Verdächtige in Verbindung zu einem anderen mutmasslichen Giftanschlag in Bulgarien.

Neue Fakten im Fall Skripal? Der Giftanschlag von Salisbury ist noch nicht vollends geklärt. (13. März 2018)
Neue Fakten im Fall Skripal? Der Giftanschlag von Salisbury ist noch nicht vollends geklärt. (13. März 2018)
Matt Dunham (AP), Keystone

Bei dem dritten mutmasslichen Verdächtigen im Fall des Giftanschlags auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Grossbritannien handelt es sich einem Medienbericht zufolge ebenfalls um einen Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU. Die britische Rechercheplattform Bellingcat identifizierte ihn am Donnerstag als Denis Wjaschelawowitsch Sergejew, einen ranghohen GRU-Offizier, der Russlands militärische Diplomatenakademie absolvierte.

Sergejew sei mit einem gefälschten russischen Pass zwei Tage vor dem Anschlag auf Skripal und seine Tochter am 4. März 2018 nach Grossbritannien gereist, berichtete Bellingcat. Er habe denselben Rückflug aus London gebucht wie die beiden anderen Verdächtigen - ebenfalls GRU-Agenten. Er habe den Flug aber verpasst und sei noch am 4. März über Rom nach Moskau zurückgekehrt.

Bellingcat konnte nach eigenen Angaben jedoch nicht klären, ob sich Sergejew zum Zeitpunkt der Vergiftung von Skripal und dessen Tochter Julia in Salisbury aufgehalten und welche Rolle er in dem Fall gespielt habe. Er ist nicht auf den Überwachungsbildern zu sehen, die die beiden anderen mutmasslichen Attentäter zeigen. Sie gaben später an, in Salisbury Urlaub gemacht zu haben. In Grossbritannien wurden sie unter anderem wegen versuchten Mordes bereits offiziell beschuldigt.

Dem Bericht zufolge steht der dritte Skripal-Verdächtige in Verbindung zu einem anderen mutmasslichen Giftanschlag in Bulgarien. Dort war im April 2015 der bulgarische Rüstungsfabrikant Emilian Gebrew bei einem Empfang mit schweren Vergiftungserscheinungen zusammengebrochen und ins Koma gefallen. Sein Sohn und ein Mitarbeiter wurden wegen ähnlicher Symptome behandelt, alle drei wurden aber wieder gesund. Bellingcat zufolge hielt sich der Verdächtige Sergejew im Februar und im April 2015 in Bulgarien auf.

Video: Ermittler identifizieren zweiten Verdächtigen in Fall Skripal

Dabei soll es sich um einen 39-jährigen Militärarzt des Geheimdienstes GRU handeln. (Video: Reuters)

Ermittler in Bulgarien hatten den Fall bereits im Oktober neu aufgerollt, nachdem britische Ermittler das in der Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok im Fall Skripal nachgewiesen hatten. In bulgarischen Medien hiess es, Gebrew könnte wegen seiner Waffenexporte in die Ukraine Ziel des Anschlags gewesen sein.

Für den Giftanschlag auf Skripal macht die britische Regierung Russland verantwortlich. Moskau weist die Vorwürfe zurück. Der Fall sorgte für eine diplomatische Krise zwischen beiden Ländern.

AFP/fal

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