Zum Hauptinhalt springen

Athen beziffert erstmals deutsche Kriegsschuld

Zwangsanleihe und Entschädigungen aus der Nazizeit im Wert von über 250 Milliarden Euro: Der neuen griechischen Regierung liegt eine erste Auswertung zur Höhe ihrer Reparationsforderungen an Deutschland vor.

«Damit ehren wir alle Opfer des Zweiten Weltkrieges»: Mitglieder der Präsidialgarde bei der Wachablösung am Grab des unbekannten Soldaten in Athen. (6. April 2015)
«Damit ehren wir alle Opfer des Zweiten Weltkrieges»: Mitglieder der Präsidialgarde bei der Wachablösung am Grab des unbekannten Soldaten in Athen. (6. April 2015)
Petros Giannakouris, Keystone

Der stellvertretende griechische Finanzminister Dimitris Mardas hat die Reparationsforderungen Griechenlands für die Zeit des Nationalsozialismus auf 278,7 Milliarden Euro beziffert. Das Thema belastet die deutsch-griechischen Beziehungen seit Jahrzehnten.

Auf diese Summe komme nach einer ersten Auswertung ein Parlamentsausschuss, der sich mit den Entschädigungen befasst, teilte Mardas am späten Montagabend im griechischen Parlament mit. Zu den Reparationsforderungen gibt es bereits eine umfangreiche griechische Studie.

Reparationsforderungen

Auf deren Grundlage prüfen der Parlamentsausschuss und der Oberste Gerichtshof des Landes zurzeit, wie mögliche Reparationsforderungen an Deutschland erhoben werden können. Die Gesamtforderungen werden darin in einer Höhe zwischen 269 und 332 Milliarden Euro beziffert. Die Bundesregierung sieht die Entschädigungsfrage dagegen als erledigt an.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatte im März im Parlament gesagt, mit der Bildung des Ausschusses «ehren wir alle Opfer des Zweiten Weltkrieges und des Nazismus (...) sowie des griechischen Widerstandes. Wir vergessen nicht, dass das deutsche Volk auch unter den Nazis gelitten hat», fügte er hinzu.

SDA/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch