Zum Hauptinhalt springen

Assange will sich am Sonntag öffentlich äussern

Einen Tag nachdem Ecuador Julian Assange Asyl gewährt hat, stellt sich die Frage: Wie kann er die Botschaft in London sicher verlassen? Nun hat der Wikileaks-Gründer einen öffentlichen Auftritt angekündigt.

«Ihr habt die Augen der Welt mit euch gebracht»: Julian Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft. (19. August 2012)
«Ihr habt die Augen der Welt mit euch gebracht»: Julian Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft. (19. August 2012)
Keystone
«Die USA müssen aufhören, uns zu verfolgen»: Julian Assange bei seiner Ansprache auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. (19. August 2012)
«Die USA müssen aufhören, uns zu verfolgen»: Julian Assange bei seiner Ansprache auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. (19. August 2012)
Keystone
An seinem Schicksal scheiden sich die Geister: Wikileaks-Günder Julian Assange. (27. Februar 2012)
An seinem Schicksal scheiden sich die Geister: Wikileaks-Günder Julian Assange. (27. Februar 2012)
Keystone
1 / 17

Wikileaks-Gründer Julian Assange will nach seinem erfolgreichen Antrag auf Asyl in Ecuador an diesem Sonntag vor die Öffentlichkeit treten. Das kündigte die Enthüllungsplattform Wikileaks im Kurznachrichtendienst Twitter an.

Der 41 Jahre alte Australier werde «live» und «vor der Botschaft Ecuadors» ein Statement abgegeben, hiess es. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Unklar blieb, ob Assange, der sich seit acht Wochen in der Botschaft aufhält, tatsächlich persönlich vor das Gebäude kommt.

Risiko der Festnahme

Er würde damit riskieren, von der britischen Polizei festgenommen zu werden. Grossbritanniens Aussenminister William Hague hatte am Donnerstag erklärt, Assange werde kein freies Geleit erhalten, um sein Asyl in Ecuador zu erreichen.

Assange soll wegen des Verdachts, Sexualdelikte verübt zu haben, nach Schweden ausgeliefert werden. Er wird von dem als «Tyrannen- Jäger» bekanntgewordenen spanischen Anwalt Baltasar Garzón vertreten. Garzón forderte Grossbritannien in der spanischen Zeitung «El Pais» auf, internationales Recht zu befolgen und die Entscheidung Ecuadors als souveränes Land zu akzeptieren.

«Sie müssen sich an diplomatische und rechtliche Verpflichtungen halten, die aus der UNO-Flüchtlingskonvention von 1951 hervorgehen», sagte Garzón der Zeitung. Andernfalls werde er vor den Internationalen Gerichtshof ziehen. «Es geht um eine Person, die Gefahr läuft, politisch verfolgt zu werden», sagte der Starjurist.

Derweil distanziert sich der ecuadorianische Präsident Rafael Correa vorsichtig von dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks. Er stimme mit Assange nicht in allem überein und es sei möglich, dass der Australier Vergehen begangen habe, sagte Correa in einem Radiointerview. Assanges Asylantrag sei jedoch stattgegeben worden, weil Schweden nicht versichert habe, von einer Auslieferung des 41-Jährigen in die USA abzusehen.

Assange habe ein ordentliches Verfahren verdient. Assange hatte sich in die ecuadorianische Botschaft in London abgesetzt, um sich einer Auslieferung nach Schweden zu entziehen, wo er zu Vergewaltigungsvorwürfen befragt werden soll.

Diplomatischer Streit

Der Fall Assange war am Donnerstag zu einem diplomatischen Streit zwischen Ecuador, Grossbritannien und Schweden ausgeartet. Ecuadors Aussenminister Ricardo Patiño bezichtigte Grossbritannien, es habe gedroht, die Botschaft des südamerikanischen Landes zu stürmen.

Sein britischer Amtskollege William Hague sagte, eine solche Drohung gebe es nicht. Grossbritannien müsse aber seine internationalen Verpflichtungen erfüllen. Gegen Assange existiert ein EU-weiter Haftbefehl aus Schweden, den Grossbritannien vollstrecken muss.

Unterdessen geht der Poker um Assange auf diplomatischer Ebene weiter. Ecuador hat die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eingeschaltet. Quito habe ein Treffen der Aussenminister für den 23. August beantragt, teilte die OAS heute mit. Die ecuadorianische OAS-Botschafterin María Isabel Salvador sagte, die Regierung ihres Landes wolle, dass die Aussenminister der Organisation über die «ausdrücklichen Drohungen» der britischen Regierung gegen Assange berieten.

USA halten sich zurück

Die USA wollen sich im diplomatischen Zwist zwischen Ecuador und Grossbritannien um den Wikileaks-Gründer offenbar zunächst zurückhalten. Dies sagte eine Sprecherin des Aussenministeriums.

«Das ist eine Angelegenheit zwischen den Ecuadorianern, den Briten und den Schweden», sagte die Sprecherin des US- Aussenministeriums, Victoria Nuland, am Donnerstag vor den Medien.

dapd/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch