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Anti-Euro-Partei erzielt Grosserfolg in Deutschland

Im deutschen Bundesland Sachsen ist die schwarz-gelbe Regierung abgewählt worden. Die Eurokritiker triumphieren.

Die Partei zieht in den Landtag ein: Carsten Huetter, Landeschef der AfD in Sachsen, nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. (31. August 2014)
Die Partei zieht in den Landtag ein: Carsten Huetter, Landeschef der AfD in Sachsen, nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. (31. August 2014)
Reuters

Die seit 24 Jahren regierenden Christdemokraten haben die Landtagswahl im ostdeutschen Bundesland Sachsen am Sonntag erwartungsgemäss gewonnen. Sie verloren aber ihren liberalen Koalitionspartner, der aus dem Parlament flog.

Wie schon bei der Bundestagswahl im vorigen Jahr scheiterte die FDP in Sachsen mit 3,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Sie ist nun in keiner deutschen Landesregierung mehr vertreten, die letzte «schwarz-gelbe» Koalition auf Landesebene ist am Ende.

Auf der Wahlparty in Dresden sagte ein ratloser FDP-Spitzenkandidat Holger Zastrow vor den Parteianhängern: «Begreift ihr das? Ich nicht.» Die Liberalen hätten in Sachsen «gekämpft wie die Löwen», sagte er. «Mehr geht nicht, mehr kann man nicht machen.»

NPD fliegt aus dem Landtag

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis, das die Landeswahlleiterin am späten Sonntagabend veröffentlichte, kommt die CDU auf 39,4 Prozent. Die Linkspartei verliert ebenfalls leicht auf 18,9 Prozent. Die SPD verbessert sich etwas auf 12,4 Prozent. Die Grünen landen bei 5,7 Prozent.

Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) schaffte mit einem starken Ergebnis erstmals den Sprung in ein deutsches Landesparlament. Sie kam auf 9,7 Prozent. Die NPD, die den ganzen Abend über in den Hochrechnungen bei 5,0 Prozent lag, flog im letzten Moment mit 4,95 Prozent noch aus dem Parlament.

Eurokritiker in der Regierung?

Im neuen Landtag verfügt die CDU demnach über 59 Sitze, die Linke 27 und die SPD 18. Die AfD stellt 14 Abgeordnete und die Grünen acht.

Damit wäre rechnerisch eine Koalition aus CDU und SPD ebenso möglich wie ein Bündnis der Christdemokraten mit der AfD. Ministerpräsident Tillich hatte sich vor der Wahl nicht festlegen wollen und auch eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht ausgeschlossen.

Am Abend sagte er, über ein Regierungsbündnis wolle er nun «zuerst mit der SPD» sprechen und «dann auch mit den Grünen».

AFP/sda/ldc

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