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Ankara vermutet Linksextremisten hinter Botschafts-Anschlag

Es war ein Selbstmordanschlag: Bei einer Explosion vor der US-Botschaft in Ankara wurden mindestens zwei Menschen getötet. Laut des türkischen Innenministers deutet vieles auf eine Tat von Linksextremen.

Die USA sind die «Mörder der Welt»: Das Bild des Attentäters, welches die Linksextremisten auf ihrer Homepage veröffentlichten. (2. Februar 2013)
Die USA sind die «Mörder der Welt»: Das Bild des Attentäters, welches die Linksextremisten auf ihrer Homepage veröffentlichten. (2. Februar 2013)
AFP
Ein Wachmann der US-Botschaft erreicht wenigen Minuten nach der Explosion den Tatort.
Ein Wachmann der US-Botschaft erreicht wenigen Minuten nach der Explosion den Tatort.
AFP
In der Nähe befinden sich auch andere diplomatische Vertretungen, darunter auch die von Deutschland und Frankreich.
In der Nähe befinden sich auch andere diplomatische Vertretungen, darunter auch die von Deutschland und Frankreich.
AFP
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Bei einem Selbstmord-Anschlag auf die US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens zwei Menschen getötet worden. «Es gibt zwei Tote, den Attentäter und einen türkischen Sicherheitsmann», sagte Ankaras Gouverneur Alaadin Yüksel. Zudem sei eine Frau verletzt worden, die wegen eines Visaantrags vor Ort war. Die US-Botschaft erklärte, ein türkischer Mitarbeiter der Vertretung sei getötet worden. Die Diplomaten auf dem Gelände sollen sich zeitweise in Schutzräume zurückgezogen haben. Die US-Regierung bestätigte den Anschlag in Ankara ebenfalls und verurteilte die Tat.

Nach Angaben der türkischen Regierung handelt es sich wahrscheinlich um die Tat von Linksextremisten. Es gebe erste Hinweise, dass der Selbstmordattentäter einer verbotenen linksgerichteten Organisation angehört habe, sagte Innenminister Muammer Güler vor Reportern. Der Attentäter sei ein 30-jähriger Türke, der der verbotenen Organisation DHKP-C angehört habe.

Der DHKP-C werden in der Türkei vor allem Anschläge gegen Polizei und Justiz mit dem Ziel eines Umsturzes vorgehalten.

Der Fernsehsender CNN-Türk berichtete, der Sprengsatz sei während der Überprüfung eines Besuchers im Eingangsbereich der Visumsstelle an einem Seiteneingang der Botschaft explodiert. Fernsehbilder zeigten Rauch über dem Gebäudekomplex sowie eine durch die Explosion beschädigte Wand eines an die Strasse grenzenden Gebäudes, in dem Wachpersonal arbeitet.

Hintergrund der Tat unklar

Ersten Ermittlungen zufolge war der Attentäter bis in eine Sicherheitsschleuse gelangt, wo Wachleute Besucher überprüfen und ihr Gepäck durchleuchten. Im Hauptgebäude der Botschaft habe es keine Schäden gegeben. Die türkischen Behörden schickten zahlreiche Rettungswagen und Feuerwehrleute zu dem Tatort. Die Polizei hatte auch einen Helikopter im Einsatz.

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab. Den Berichten zufolge befürchteten die Behörden, dass ein möglicher zweiter Anschlag verübt werden könnte. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan erklärte, er werde über die Entwicklung informiert.

Medienberichten zufolge hatten US-Vertreter in Ankara bereits mehrmals mit den türkischen Behörden über mögliche Sicherheitsrisiken für die Botschaft gesprochen, die wie andere Vertretungen im Zentrum der türkischen Hauptstadt liegt. Demnach wurde unter anderem über einen Neubau der US-Botschaft ausserhalb der Stadt gesprochen.

Proteste wegen Patriot-Raketen

Die USA, Deutschland und die Niederlande hatten kürzlich auf Bitten des Nato-Partners Türkei Patriot-Abwehrbatterien in der Türkei stationiert. Diese sollen vor möglichen Angriffen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien schützen. Gegen die Stationierung hatte es in der Türkei Proteste gegeben.

In der Vergangenheit haben in der Türkei islamistische Terroristen Anschläge verübt, aber auch linksradikale Gruppen, kurdische Extremisten und Nationalisten.

Im Jahr 2003 hatten al-Qaida-Anhänger Selbstmordanschläge auf das britische Generalkonsulat und die Niederlassung der britischen HSBC-Bank in Istanbul verübt. Zu der Terrorwelle, bei der mehr als 60 Menschen starben, gehörten auch Autobombenanschläge auf zwei Synagogen.

SDA/kpn/bru

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