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AKW-Stresstests stossen auf Widerstand

Die EU-Energiekommission will in Sachen AKW-Stresstest vorwärts machen. Die Mitgliedstaaten müssen sich noch auf Kriterien der Belastungsprüfungen einigen. Ausgerechnet hier herrscht Uneinigkeit.

Noch ist unklar, nach welchen Kriterien AKWs überprüft werden sollen: Das umstrittene französische Kernkraftwerk Fessenheim.
Noch ist unklar, nach welchen Kriterien AKWs überprüft werden sollen: Das umstrittene französische Kernkraftwerk Fessenheim.
Keystone

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat seine Forderung nach umfassenden Stresstests für Atomkraftwerke bekräftigt. Bei den geplanten Tests müsse «im Lichte des Atomunfalls in Japan» alles überprüft werden, was passieren könnte.

Dazu gehörten die Risiken von Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen, aber auch deren Folgen, sagte Oettinger vor Journalisten im Europaparlament in Strassburg.

Einigung auf Test könnte verschoben werden

Als Beispiele nannte der EU-Energiekommissar einen möglichen Stromausfall und den Ausfall der Kühlsysteme. Aber auch die möglichen Folgen eines Terrorangriffs oder eines Flugzeugabsturzes auf Atomanlagen müssten in Betracht bezogen werden, betonte er. Oettingers Sprecherin hatte zuvor nicht ausgeschlossen, dass die für Donnerstag vorgesehene Einigung auf den Zuschnitt der Tests verschoben werden muss.

Oettinger trifft sich am Donnerstag in Brüssel mit der Gruppe der Europäischen Nuklear-Aufsichtsbehörden (ENSREG), um über die Kriterien für die Belastungsprüfungen der rund 140 europäischen Atomkraftwerke zu beraten. Der EU-Gipfel von Ende März hatte diese Sonderprüfungen nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima beschlossen.

Widerstand aus Paris und London

Derzeit herrscht jedoch Uneinigkeit darüber, ob nur Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hochwasser oder auch vom Menschen ausgehende Gefahren unter die Lupe genommen werden sollen. Die Kommission fordert einen umfassenden Ansatz.

Dafür sprechen sich euch einige EU-Staaten aus - etwa Österreich, das auf Atomkraft verzichtet hat. Andere, vor allem die stark auf Atomenergie setztenden Länder Frankreich und Grossbritannien, wehren sich hingegen gegen umfangreiche Kriterien.

Es werde sich zeigen, ob hierüber ein Konsens gefunden werde, sagte Oettingers Sprecherin. Spielraum gebe es aber bei der von Oettinger erhobenen Forderung nach umfassender Transparenz. Mit Blick auf die Terror-Abwehr müssten demnach nicht alle Sicherheitsvorkehrungen öffentlich gemacht werden.

SDA/kpn

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