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Ärger über Trierweilers Twitter-Aktion

Nach der Twitter-Pöbelei von Valérie Trierweiler gegen die ehemalige Lebensgefährtin von François Hollande hagelt es Kritik vonseiten der Sozialisten. Die Opposition reagiert mit hämischen Kommentaren.

Hat den Gegenkandidaten von Ségolène Royal im Wahlkreis La Rochelle unterstützt: Valérie Trierweiler, die Partnerin des französischen Präsidenten François Hollande.
Hat den Gegenkandidaten von Ségolène Royal im Wahlkreis La Rochelle unterstützt: Valérie Trierweiler, die Partnerin des französischen Präsidenten François Hollande.
AFP

Nach dem durch eine Twitterbotschaft der französischen Première Dame ausgelösten Eklat haben mehrere prominente Sozialisten das Verhalten von Valérie Trierweiler kritisiert. Regierungschef Jean-Marc Ayrault forderte Trierweiler am Mittwoch auf, eine «zurückhaltende Rolle» zu spielen.

Die 47-Jährige hatte auf Twitter einen Abweichler der Sozialisten gegen die frühere Lebensgefährtin von Präsident François Hollande, Ségolène Royal, unterstützt.

«Jeder muss auf seinem Platz bleiben»

Regierungschef Ayrault wies die Journalistin deshalb öffentlich zurecht: «Ich verstehe gut, dass der Anfang immer etwas schwierig ist, aber jeder muss auf seinem Platz bleiben», sagte der Premierminister vor Journalisten.

Die 47-jährige sei aus der Rolle gefallen, bemerkte auch der Hollande-Vertraute François Rebsamen im Hörfunk. Der frühere innenpolitische Berater des Präsidenten forderte Trierweiler ebenfalls zu mehr Zurückhaltung auf, «die sie als Lebensgefährtin des Präsidenten braucht».

Die Journalistin hatte am Dienstag über den Kurzbotschaftendienst Twitter offen den Gegenkandidaten von Hollandes früherer Partnerin Royal für die Parlamentswahl im westfranzösischen Wahlkreis La Rochelle unterstützt. Damit brüskierte Trierweiler den Präsidenten, der sich kurz vorher für die Mutter seiner vier Kinder stark gemacht hatte. Das Verhältnis der neuen Première Dame Frankreichs zu Royal gilt als zerrüttet.

Die Präsidentschaftskandidatin des Jahres 2007 tritt in La Rochelle gegen den sozialistischen Abweichler Olivier Falorni an. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage dürfte Falorni, der nach der ersten Runde knapp hinten lag, die Stichwahl mit 58 zu 42 Prozent gewinnen.

Die Sozialistische Partei (PS) hatte Falorni aufgefordert, auf die Kandidatur gegen Royal zu verzichten. Ayrault erneuerte die Forderung noch einmal. Die PS hatte den 40-Jährigen bereits vor Wochen ausgeschlossen.

Der Sandwich-Präsident

Die Parteinahme von Trierweiler für Falorni widerspricht der Linie des Präsidenten, der anders als sein konservativer Vorgänger Nicolas Sarkozy Politik und Privatleben strikt trennen will. Die Zeitung «Le Républicain Lorrain» bezeichnete Hollande am Mittwoch als «Sandwich-Präsidenten», der zwischen zwei starken Frauen zerdrückt werde.

Die konservative Opposition sparte ebenfalls nicht mit süffisanten Kommentaren zu der Affäre, die in Frankreich bereits «Trierweilergate» genannt wird. So forderte der frühere Regierungschef François Fillon den Präsidenten auf, «bei sich zu Hause für Ordnung zu sorgen». Die frühere Regierungssprecherin Valérie Pécresse sagte: «Man hat das Gefühl, dass die Republik für private Zwecke missbraucht wird.» Der UMP-Abgeordnete Eric Ciotti kritisierte, dass die Angelegenheit das Land und den Präsidenten lächerlich mache.

Sozialistenchefin Martine Aubry hielt dagegen: «Ségolène Royal ist die Kandidatin, die die Unterstützung von François Hollande hat. Der Rest ist nur Schall und Rauch», sagte Aubry bei einem Wahlkampfauftritt im Grossraum Paris.

SDA/wid/ses

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