Verletzte bei Brandanschlag auf Moschee

Bis zu 20 Menschen befanden sich in einer Moschee im schwedischen Eskilstuna als ein Sprengsatz detonierte. Fünf Menschen mussten mit Knochenbrüchen und anderen Verletzungen ins Spital gebracht werden.

Schwere Brandstiftung: Feuerwehrleute vor der Moschee in Eskilstuna, aus der immer noch Rauch aufsteigt. (25. Dezember 2014)

Schwere Brandstiftung: Feuerwehrleute vor der Moschee in Eskilstuna, aus der immer noch Rauch aufsteigt. (25. Dezember 2014)

(Bild: Keystone Pontus Stenberg)

Bei einem Brandanschlag auf eine Moschee in Schweden sind am Weihnachtstag fünf Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz entfachte einen Brand in dem Gotteshaus in Eskilstuna, rund 90 Kilometer westlich von Stockholm, wie ein Sprecher der örtlichen Polizei, Lars Franzell, sagte.

In der Moschee, die sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses befindet, hielten sich laut Polizei 15 bis 20 Menschen auf. Die Verletzten wurden den Angaben zufolge mit Rauchvergiftungen, Schnittwunden und Knochenbrüchen ins Spital gebracht. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung ein, nannte aber zunächst keine Verdächtigen.

Erstarken ausländerfeindlicher Kräfte

Schwedens Regierungschef Stefan Löfven sprach von «hasserfüllter Gewalt». «Wir werden diese Art von Verbrechen niemals tolerieren», sagte der sozialdemokratische Ministerpräsident dem Radiosender SR. Der Vorsitzende der Vereinigung der Muslime in Schweden, Omar Mustafa, hatte am Donnerstag im Radiosender SR gesagt, das Land erlebe einen zunehmenden «Hass gegen Muslime».

Schweden beherbergt besonders viele Flüchtlinge. Das skandinavische Land erlebt zugleich ein Erstarken ausländerfeindlicher Kräfte: Die rechtsextremistische Partei Schwedendemokraten wurde bei der Parlamentswahl im September drittstärkste Kraft. Anfang Dezember zwang sie die Minderheitsregierung des Löfvens in die Knie: Die Rechtsextremen stimmten für den Budgetentwurf der konservativen Opposition, woraufhin die Regierung eine vorgezogene Neuwahl ankündigte.

Einen Tag nach dem Brandanschlag bekundeten zahlreiche Menschen ihre Solidarität mit der muslimischen Gemeinde im skandinavischen Land. Mehrere hundert Demonstranten gingen in der Stadt Eskilstuna, dem Ort des Anschlags vom Vortag, auf die Strasse.

rub/sda

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