Ermittler gegen Erdogan zu lebenslanger Haft verurteilt

Vier ehemalige Polizeichefs und elf weitere Angeklagte sind wegen «Versuchs zum Sturz der türkischen Regierung» schuldig gesprochen worden.

Was als Korruptionsjagd begann, endet juristisch gesehen in einem Umsturzversuch: Türkeis Machthaber Erdogan sitzt weiter fest im Sattel. (19. März 2019)

Was als Korruptionsjagd begann, endet juristisch gesehen in einem Umsturzversuch: Türkeis Machthaber Erdogan sitzt weiter fest im Sattel. (19. März 2019)

(Bild: Reuters)

In der Türkei sind 15 Angeklagte wegen ihrer Verwicklung in Korruptionsermittlungen gegen das Umfeld des heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden.

Ein Gericht in Istanbul befand vier frühere Polizeichefs und elf weitere Angeklagte wegen der Ermittlungen im Dezember 2013 eines «Versuchs zum Sturz der türkischen Regierung» für schuldig, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Mehrere weitere Angeklagte erhielten lange Haftstrafen wegen «Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation» und «illegalen Abhörens». Insgesamt waren 67 Menschen angeklagt, davon sechs in Abwesenheit.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Dezember 2013 auf der Grundlage von abgehörten Telefongesprächen Korruptionsermittlungen gegen Politiker und Geschäftsleute aus dem Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan eingeleitet.

Die Ermittlungen brachten Erdogan in ernste Bedrängnis und zwangen drei Minister zum Rücktritt. Nach wenigen Tagen erzwang Erdogan jedoch die Einstellung der Ermittlungen und liess tausende Staatsanwälte und Polizisten versetzen. Nach Darstellung Erdogans waren die Ermittlungen ein Umsturzversuch der Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen, den er auch für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich macht.

nag/sda

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