Ein Politik-Neuling soll Italien aus der Krise führen

Der Jurist Giuseppe Conte wurde von der Koalition aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung als Regierungschef vorgeschlagen.

Mit ihm können beide Parteien leben: der Jurist Giuseppe Conte.

Mit ihm können beide Parteien leben: der Jurist Giuseppe Conte.

(Bild: Keystone)

Der Politik-Neuling Giuseppe Conte soll neuer italienischer Ministerpräsident an der Spitze einer Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung (MoVimento Cinque Stelle) und Lega werden. Die beiden europakritischen Parteien schlugen ihren Kandidaten am Montag Staatspräsident Sergio Mattarella vor.

Das schrieb Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio am Abend auf dem Blog seiner Bewegung. Mattarella muss Conte nun den Auftrag geben, die neue Regierung zusammenzustellen. Conte ist ein neues Gesicht in der Politik. Der 54-jährige Süditaliener aus der Region Apulien ist Universitätsprofessor in Florenz und Rom.

Parlament als «politisches Labor»

Der Jurist sitzt nicht im Parlament, gehört aber zum Kreis der Fünf-Sterne-Bewegung. Mit der Partei kam er erstmals vor vier Jahren in Kontakt und lobt sie als «wunderbares, unglaubliches, politisches Labor». Di Maio und Salvini hatten beide Regierungschef werden wollen, einigten sich schliesslich aber auf eine dritte Person. Mit Conte können offenbar beide Parteien leben.

Die Cinque Stelle hatten bei der Wahl am 4. März mit 32 Prozent als stärkste Einzelpartei gewonnen. Die Partei von Gründer und Ex-Komiker Beppe Grillo steht für den Kampf gegen das Establishment und lässt sich weder rechts noch links verorten.

Die Lega hingegen hat sich unter ihrem Chef Matteo Salvini von einer Partei des Nordens, die die Abspaltung vom armen Süden verfolgte, zu einer fremdenfeindlichen nationalen Bewegung entwickelt. Vor allem in der Flüchtlingskrise hat sie stark hinzugewonnen und hat im Koalitionsvertrag eine harte Hand gegen Migranten festgeschrieben.

hvw/sda

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