EU-Beitrittsverhandlungen: Die Türkei macht ihrem Ärger Luft

Seit fünf Jahren verhandelt die Türkei mit Brüssel über einen EU-Beitritt. Ankara verliert die Geduld und fühlt sich hintergangen.

Eine schwierige Beziehung: Flaggen der EU und der Türkei wehen vor einer Moschee in Istanbul.

Eine schwierige Beziehung: Flaggen der EU und der Türkei wehen vor einer Moschee in Istanbul.

(Bild: Keystone)

Nach fünf Jahren Beitrittsverhandlungen mit der EU hat der türkische Europaminister Egemen Bagis seinem Frust über den schleppenden Fortgang Luft gemacht. Die türkische Öffentlichkeit sei zunehmend enttäuscht, erklärte er am Sonntag. «Der Verhandlungsprozess wird auf eine Weise durch politische Intrigen gestört, wie es vorher noch kein Bewerberland erlebt hat», sagte der Chefunterhändler. Das Verhalten der Türkei gegenüber sei weder fair noch haltbar.

Bundespräsident Christian Wulff hat sich zur Problematik geäussert. Er fordert faire Verhandlungen mit der Türkei. Die Gespräche müssten «ergebnisoffen geführt werden», sagte Wulff am Sonntag in «Bericht aus Berlin» der ARD. Es gebe Prozesse in der Türkei, «die hohe Aufmerksamkeit verdienen».

Forderung von Wulff

Das jüngst erfolgte Verfassungsreferendum, das unter anderem die Rechte der Frauen stärken und die Macht des Militärs beschränken soll, gehe «in die richtige Richtung». Manches gehe aber noch nicht weit genug, sagte Wulff. So müsse die Türkei offener gegenüber dem Christentum werden. Wulff wird Mitte Oktober zu einem Staatsbesuch in die Türkei reisen.

jak/dapd

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