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30 Jahre nach dem Falklandkrieg – Cameron streut Salz in die Wunden

Heute jährt sich der Falklandkrieg zum dreissigsten Mal. Argentinien und Grossbritannien gedenken der gefallenen Soldaten. Doch der Jahrestag wird von neuen Ressentiments und Ängsten überschattet.

Die Briten seien «zu Recht stolz» auf die Rolle im Falklandkrieg: David Cameron während seiner Rede an der Downing Street.
Die Briten seien «zu Recht stolz» auf die Rolle im Falklandkrieg: David Cameron während seiner Rede an der Downing Street.
Keystone
Argentinien wettert zurück: Die Präsidentin heute in Ushuaia. (2. April 2012)
Argentinien wettert zurück: Die Präsidentin heute in Ushuaia. (2. April 2012)
Keystone
Argentinische Soldaten riegeln Port Stanley ab: Truppen der Militärjunta landen vom 1. auf den 2. April auf den Falklandinseln. Zwei Tage später erklärt Argentinien die Inseln zu seinem Staatsgebiet.
Argentinische Soldaten riegeln Port Stanley ab: Truppen der Militärjunta landen vom 1. auf den 2. April auf den Falklandinseln. Zwei Tage später erklärt Argentinien die Inseln zu seinem Staatsgebiet.
Reuters
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Inmitten neuer Spannungen zwischen beiden Ländern haben Grossbritannien und Argentinien des Falklandkriegs vor 30 Jahren gedacht. Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner bezeichnete es am Montag als «absurd», dass sich Grossbritannien 14'000 Kilometer vor der Küste eine Kolonie halten wolle.

In einer Ansprache vor rund 5000 Menschen in der Stadt Ushuahia im Süden Argentiniens forderte Fernández Grossbritannien auf, die UNO-Resolutionen zu befolgen, die bilaterale Verhandlungen über den Status des Archipels im Südatlantik anordnen.

«Keine Entscheidung des Volkes»

Gleichzeitig verurteilte sie die militärische Aktion der damaligen Diktatur Argentiniens 1982. Diese sei «keine Entscheidung des argentinischen Volkes» gewesen. Die Staatschefin gab ausserdem bekannt, dass sie das Internationale Rote Kreuz aufgefordert habe, die Identifizierung der noch unbekannten Leichen argentinischer und britischer Soldaten auf den Inseln einzuleiten.

Zuvor hatte der britische Premierminister David Cameron betont, sein Land werde das Recht der Inselbewohner, selbst über ihre Zukunft zu bestimmen, unerschütterlich verteidigen.

Vor 30 Jahren hätten die Bewohner der Falkland-Inseln einen «Akt der Aggression» erlebt, der darauf ausgerichtet gewesen sei, «sie ihrer Freiheit und ihrer Lebensart zu berauben», sagte Cameron. Die Briten seien «zurecht stolz» auf die Rolle, die Grossbritannien in dem Konflikt gespielt habe.

Krieg dauerte 74 Tage

Sowohl Grossbritannien als auch Argentinien beanspruchen die dünn besiedelte Inselgruppe im Südatlantik für sich. Am 2. April 1982 hatte die damalige argentinische Militärjunta einen Angriff auf die Falkland-Inseln gestartet, die seit 1833 unter der Herrschaft von Grossbritannien stehen. In dem 74 Tage langen Krieg wurden 649 argentinische und 255 britische Soldaten getötet. Er endete mit einem Sieg Grossbritanniens.

Seit dem Ende des Kriegs wechselten sich Phasen der Annäherung mit Phasen der Spannungen ab. Als Nestor Kirchner, der verstorbene Ehemann der heutigen Präsidentin, 2003 das Präsidentenamt übernahm, wurden so gut wie alle bis dahin erreichten Kooperationsvereinbarungen aufgekündigt. Argentinien versuchte zunehmend, die Inseln zu isolieren, um sie diesmal mit weniger gewalttätigen Mitteln Argentinien anzugliedern.

Die Inselbewohner wollen allerdings in überwältigender Mehrheit Briten bleiben. «30 Jahre und nun ist es wieder dasselbe. Wir machen uns Sorgen, dass wir das wieder durchmachen müssen, eine weitere Invasion. Wir wollen das nicht, wir wollen das nicht noch einmal», sagte die Inselbewohnerin Mary Lou Agman.

Flammen entzündet

Mehrere Hundert der rund 3000 Inselbewohner nahmen am Sonntag an einer Kundgebung teil. Sie schwenkten dabei britische und falkländische Fahnen, während sie einem Aufmarsch der kleinen falkländischen Verteidigungsstreitmacht zuschauten.

Bei einer kurzen Gedenkfeier wurde in Grossbritannien eine sogenannte Falklandflamme entzündet. Sie soll als Erinnerung an die Dauer des Konflikts 74 Tage lang brennen.

In der südargentinischen Stadt Ushaia wollte die argentinische Präsidentin Fernández ebenfalls eine Flamme entzünden, die im Gegensatz zu jener in Grossbritannien ewig brennen soll. Damit soll der getöteten Soldaten gedacht werden.

AFP/dapd/kpn

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