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22-jähriger Demonstrant in der Türkei erschossen

Bei gewalttätigen Protesten im Süden der Türkei wurde ein 22-Jähriger getötet. Noch ist unklar, wer auf ihn geschossen hat. In der Nacht eskalierten die Demonstrationen erneut.

Rückten in Hundertschaften an: Polizisten im Gezi-Park in Istanbul. (15. Juni 2013)
Rückten in Hundertschaften an: Polizisten im Gezi-Park in Istanbul. (15. Juni 2013)
AFP
Die Polizei greift durch: Demonstranten flüchten vor dem Strahl eines Wasserwerfers. (15. Juni 2013)
Die Polizei greift durch: Demonstranten flüchten vor dem Strahl eines Wasserwerfers. (15. Juni 2013)
Reuters
Das jüngste Symbol der weltweiten Proteste, die Guy-Fawkes-Maske, war auch in Istanbul präsent.
Das jüngste Symbol der weltweiten Proteste, die Guy-Fawkes-Maske, war auch in Istanbul präsent.
Keystone
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Bei den regierungskritischen Protesten in der Türkei ist einem Fernsehbericht zufolge ein 22-Jähriger getötet worden. Der Mann sei bei einer Demonstration in der Stadt Antakya im Süden des Landes von einem Unbekannten angeschossen worden und im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, berichtete der private Sender NTV in der Nacht unter Berufung auf die Behörden der Provinz Hatay. Zugleich hiess es, auch Polizisten seien während des Protestzugs beschossen worden.

Widersprüchliche Informationen gab es jedoch zur Todesursache. Die Regionalregierung der Provinz Hatay erklärte, der Mann sei niedergeschossen worden und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Der örtliche Oberstaatsanwalt Abdullah Comert berichtete hingegen, eine Autopsie habe ergeben, dass der Mann einen Schlag auf den Kopf erhalten habe. Eine Schusswunde gebe es nicht. Weitere Ermittlungen seien eingeleitet worden.

Bisher war bei den Protesten ein Mann ums Leben gekommen, der bei einer Blockadeaktion von einem Auto überfahren wurde. Gemäss den Behörden war es ein Unfall. Die Todesfälle könnten die Proteste weiter anheizen. In der Türkei gibt es seit Tagen heftige Zusammenstösse zwischen Demonstranten und der Polizei. Auslöser war die gewaltsame Auflösung von Protesten gegen den Bau eines Einkaufszentrums im beliebten Gezi-Park am Taksim-Platz in Istanbul am Freitag. Die Proteste richten sich inzwischen aber verstärkt gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

Gummigeschosse in Ankara

Auch in der Nacht setzte die türkische Polizei in Istanbul und in der Hauptstadt Ankara erneut Tränengas und Wasserwerfer gegen regierungskritische Demonstranten ein. Nach Angaben von Augenzeugen und dem Fernsehsender CNN-Türk gingen Beamte in beiden Städten gegen Hunderte Protestierende vor. Aus deren Reihen wurden demnach Steine auf Polizisten geworfen.

In Ankara setzte die Polizei CNN-Türk zufolge im Stadtteil Kavaklidere auch Gummigeschosse gegen Protestierende ein. Im europäischen Teil von Istanbul errichteten demnach Demonstranten im Viertel Gümüssuyu Barrikaden und entzündeten Feuer. In beiden Städten fanden zudem weiterhin grössere Demonstrationen statt, bei denen es trotz angespannter Atmosphäre zunächst ruhig blieb.

1700 Verletzte

Nach Angaben von Ärzteverbänden und Menschenrechtsorganisationen wurden bislang mehr als 1700 Menschen verletzt sowie ein Mann bei einer Blockade von einem Auto überfahren und getötet. Die türkische Regierung zählte hingegen bis Sonntag 173 Verletzte.

Erdogan sprach am Montagabend von einer Beruhigung der Lage. International löste das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte Besorgnis aus.

AFP/sda/chk

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