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Es geht ums Geld, Dummkopf

Bei der Annäherung zwischen Obama und Castro geht es nicht um Demokratie, sondern ums Geschäft.

MeinungOscar Alba
Kommt es heute Abend (10. April 2015) zum offiziellen Handshake dieser beiden bisherigen Kontrahenten? US-Präsident Barack Obama und Raul Castro trafen sich am 10. Dezember 2013 bei der Abdankungsfeier für Nelson Mandela in Südafrika.
Kommt es heute Abend (10. April 2015) zum offiziellen Handshake dieser beiden bisherigen Kontrahenten? US-Präsident Barack Obama und Raul Castro trafen sich am 10. Dezember 2013 bei der Abdankungsfeier für Nelson Mandela in Südafrika.
Reuters
Der frühere IRA-Kommandant Martin McGuinness, inzwischen stellvertretender erster Minister von Nordirland, und die britische Königin Elizabeth II. reichen sich als Geste der Versöhnung die Hand.
Der frühere IRA-Kommandant Martin McGuinness, inzwischen stellvertretender erster Minister von Nordirland, und die britische Königin Elizabeth II. reichen sich als Geste der Versöhnung die Hand.
Getty Images/Paul Faith
Unter der Vermittlung von US-Präsident Bill Clinton besiegeln Israels Ministerpräsident Izchak Rabin (links) und PLO-Führer Yassir Arafat (rechts) ein historisches Friedensabkommen, das den Palästinensern Autonomierechte bringt.
Unter der Vermittlung von US-Präsident Bill Clinton besiegeln Israels Ministerpräsident Izchak Rabin (links) und PLO-Führer Yassir Arafat (rechts) ein historisches Friedensabkommen, das den Palästinensern Autonomierechte bringt.
J. David Ake, AFP
Michail Gorbatschow, Chef der KPdSU und damit starker Mann der Sowjetunion, und Papst Johannes Paul II. stehen für die Normalisierung in den Beziehungen zwischen der bis Ende 1991 bestehenden Sowjetunion und der katholischen Kirche.
Michail Gorbatschow, Chef der KPdSU und damit starker Mann der Sowjetunion, und Papst Johannes Paul II. stehen für die Normalisierung in den Beziehungen zwischen der bis Ende 1991 bestehenden Sowjetunion und der katholischen Kirche.
Massimo Sabucetti, Keystone
Sowjet-Leader Michail Gorbatschow reicht US-Präsident Ronald Reagan bei einem Gipfeltreffen im Moskauer Kreml die Hand. Gorbatschow und Reagan einigen sich bei mehreren Treffen auf Abrüstungsbkommen und Rüstungskontrollen.
Sowjet-Leader Michail Gorbatschow reicht US-Präsident Ronald Reagan bei einem Gipfeltreffen im Moskauer Kreml die Hand. Gorbatschow und Reagan einigen sich bei mehreren Treffen auf Abrüstungsbkommen und Rüstungskontrollen.
AFP
Mit einem Handschlag freuen sich der ägyptische Präsident Anwar al-Sadat (links) und Israels Regierungschef Menachem Begin (rechts) über den Friedensvertrag der beiden Länder, für den sich auch US-Präsident Jimmy Carter engagierte.
Mit einem Handschlag freuen sich der ägyptische Präsident Anwar al-Sadat (links) und Israels Regierungschef Menachem Begin (rechts) über den Friedensvertrag der beiden Länder, für den sich auch US-Präsident Jimmy Carter engagierte.
AFP
Nach dem deutsch-deutschen Gipfeltreffen verabschieden sich der westdeutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt (links) und DDR-Machthaber Erich Honecker wie gute Freunde.
Nach dem deutsch-deutschen Gipfeltreffen verabschieden sich der westdeutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt (links) und DDR-Machthaber Erich Honecker wie gute Freunde.
AP, Keystone
Alexei Leonov (links) und Thomas Stafford begrüssen sich im Weltall – anlässlich einer Apollo-Sojus-Mission, das die ideologischen Kontrahenten UdSSR und USA gemeinsam durchführen.
Alexei Leonov (links) und Thomas Stafford begrüssen sich im Weltall – anlässlich einer Apollo-Sojus-Mission, das die ideologischen Kontrahenten UdSSR und USA gemeinsam durchführen.
AFP
Der grosse Leader des kommunistischen Chinas, Mao Zedong, empfängt in Peking den amerikanischen Präsidenten und Kommunistengegner Richard Nixon.
Der grosse Leader des kommunistischen Chinas, Mao Zedong, empfängt in Peking den amerikanischen Präsidenten und Kommunistengegner Richard Nixon.
AFP
US-Präsident John F. Kennedy und Sowjet-Leader Nikita Chruschtschow begrüssen sich freundlich. Zwei Monate später baut das DDR-Regime die Berliner Mauer. Und im Oktober 1962 führt die Kubkrise fast zu einem atomaren Krieg.
US-Präsident John F. Kennedy und Sowjet-Leader Nikita Chruschtschow begrüssen sich freundlich. Zwei Monate später baut das DDR-Regime die Berliner Mauer. Und im Oktober 1962 führt die Kubkrise fast zu einem atomaren Krieg.
Keystone
Der britische Premier Winston Churchill, US-Präsident Harry S. Truman und Stalin, Diktator der Sowjetunion, treffen sich, um nach der Niederlage der Nazis über die Neuordnung Deutschlands und die Aufteilung Europas zu beraten.
Der britische Premier Winston Churchill, US-Präsident Harry S. Truman und Stalin, Diktator der Sowjetunion, treffen sich, um nach der Niederlage der Nazis über die Neuordnung Deutschlands und die Aufteilung Europas zu beraten.
AFP
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Zehn Sekunden dauerte die Begegnung zwischen US-Präsident Barack Obama und dem kubanischen Staatschef Raúl Castro an der Trauerfeier für Mandela in Südafrika. Ein Handschlag, ein paar Worte, das wars. Doch welche Worte? Vielleicht ein männerbündlerisches «Wann kommen wir ins Geschäft?».

Wohl kaum, doch letztlich treibt dies Obama und Raúl Castro an, sich nach über 50 Jahren Feindschaft endlich zu versöhnen. «Es ist die Wirtschaft, Dummkopf», wie einst Bill Clinton es auf den Punkt brachte. Vor allem Raúl Castro hat es eilig, sich mit den USA so weit zu versöhnen, damit in Washington die Schrauben des Handelsembargos weiter gelockert werden. Der Grund für Raúls Eile heisst Mariel, Kubas grösstes Infrastrukturprojekt seit der Revolution 1959. Mariel ist ein alter Jachthafen, der 1980 weltweit berühmt wurde, weil von dort aus in einem Massenexodus 125'000 Kubanerinnen und Kubaner mit Flössen und Kleinbooten in die USA flüchteten.

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