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«Wenn der Kaiser in Tokio bleibt, kann es nicht allzu schlimm sein»

Wie gehen die Menschen in Tokio mit der Katastrophe um? Wie sieht der Alltag in der Metropole aus? Der Tokioter Akimitsu Naruyama erzählt im Interview mit Redaktion Tamedia seine Sicht der Dinge.

Will das Land nicht verlassen: Akimitsu Naruyama. (Foto: Risaku Suzuki)
Will das Land nicht verlassen: Akimitsu Naruyama. (Foto: Risaku Suzuki)

Seit dem Erdbeben sind acht Tage vergangen. Sie wohnen und arbeiten Mitten in Tokio, sozusagen neben dem Kaiserpalast. Wie hat sich der Alltag in der Metropole verändert?

Die Stadt scheint wie ausgestorben, Tokio gleicht momentan einer Geisterstadt. Auf den Strassen, wo sonst Tausende von Menschen unterwegs sind, trifft man fast niemanden. Die Geschäfte und Restaurants sind zwar offen, aber die Kunden bleiben fern. Um den Strom zu sparen, fahren weniger Züge und die Stationen sind nur spärlich beleuchtet. Sie erinnern mich an deutsche Bahnstationen, die sind auch so dunkel. Zudem wird täglich drei Stunden lang der Strom unterbrochen, solange es hell ist. Da ist nicht an Arbeit zu denken. Deshalb sind viele Büros geschlossen. Die Schulen haben ab heute Samstag Frühlingsferien. Vorher lief der Schulalltag ganz normal weiter. Am Tag des Erdbebens ging ich sogar in meine Bar, um die schlechten Gefühle loszuwerden. Ich war zwar der einzige Gast, aber es hat gut getan. Heute Samstag werde ich auch in den Ausgang gehen. Die Bars und Clubs haben geöffnet.

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