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Polizei in Bahrain beschiesst Demonstranten mit Gummischrot

In der Stadt Manama gab es erneut Demonstrationen gegen das Königshaus. Die Polizei ging hart gegen die Protestierenden vor. Doch auf politischer Ebene scheint sich die Lage in Bahrain zu entspannen.

Gingen erneut gegen König Hamad bin Issa al-Chalifa auf die Strasse: Demonstranten in Manama. (3. Juni 2011)
Gingen erneut gegen König Hamad bin Issa al-Chalifa auf die Strasse: Demonstranten in Manama. (3. Juni 2011)
Reuters
König Hamad bin Issa al-Chalifa gerät immer mehr in Bedrängnis: Demonstranten ziehen erstmals vor den Regierungspalast (6. März 2011).
König Hamad bin Issa al-Chalifa gerät immer mehr in Bedrängnis: Demonstranten ziehen erstmals vor den Regierungspalast (6. März 2011).
AFP
Protest in luftiger Höhe: Der zentrale Platz in Manama ist fest in der Hand der Demonstranten. (15. Februar 2011)
Protest in luftiger Höhe: Der zentrale Platz in Manama ist fest in der Hand der Demonstranten. (15. Februar 2011)
Keystone
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Im Golfstaat Bahrain haben nach Angaben von Augenzeugen wieder Polizisten mit Tränengas und Gummigeschossen auf Demonstranten geschossen, die zum zentralen Perlenplatz gelangen wollten. Der Platz war bis vor kurzem das Herz der Protestbewegung gegen das sunnitische Königshaus.

Es gab keine Informationen, ob Personen beim Polizei-Einsatz verletzt wurden. Mehrere hundert Demonstranten waren nach einem Aufruf von Oppositionsgruppen trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen wieder auf die Strasse gegangen, um den Platz zu besetzen.

Hoffnung auf Entspannung

Es war der erste derartige Aufruf, seit die Streitkräfte nach der Ausrufung des Ausnahmezustands das Protestlager auf dem Perlenplatz überrannt hatten. Nach dem Ende des Ausnahmezustands hatten Panzer und Soldaten das Zentrum der Hauptstadt Manama verlassen. Die Behörden warnten jedoch, sie würden den Druck auf die Regierungsgegner aufrechterhalten.

Nach Wochen der Konfrontation besteht immerhin auf dem politischen Parkett erstmals Hoffnung auf eine Entspannung der Lage. Vier Oppositionsparteien hatten am Donnerstag das Angebot von König Hamad bin Issa al-Chalifa für einen «nationalen Dialog» begrüsst. Auch die schiitische Wifak-Gesellschaft, deren Abgeordnete auf dem Höhepunkt der Krise ihre Abgeordnetenmandate aufgegeben hatten, signalisierte Zustimmung.

Eine Sprecherin des Informationsministeriums in Manama erklärte: «Wir müssen aus den Fehlern lernen, die von den verschiedenen Parteien begangen wurden.» Die Regierung sei nach wie vor entschlossen, sich dem Extremismus und dem Zwist zwischen den Religionsgruppen entgegenzustellen.

Formel-1-Grand Prix findet statt

Ein Mann, der bei der Niederschlagung der Proteste im März schwer verletzt worden war, starb an den Folgen seiner Verletzungen. Das verlautete aus einem Spital in der Hauptstadt Manama. Seit Beginn der Proteste im Februar kamen mindestens 30 Menschen ums Leben.

Obwohl erst am Mittwoch der Ausnahmezustand in dem Land aufgehoben wurde, entschieden die Formel-Eins-Organisatoren, dass Bahrain wieder sicher genug ist, um am 30. Oktober einen Grand Prix auszutragen.

SDA/kpn

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