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Libyen laufen die Botschafter davon – Streit unter Ghadhafi-Söhnen?

Der Zusammenhalt des libyschen Regimes beginnt zu bröckeln. Der ständige Vertreter Libyens bei der Arabischen Liga, Abdel Moneim el Honi, legte seinen Posten nieder. Er ist nicht der Einzige.

Offenbar immer stärker in Bedrängnis: Muammar al-Ghadhafis Regime kehren mehrere Diplomaten den Rücken zu.
Offenbar immer stärker in Bedrängnis: Muammar al-Ghadhafis Regime kehren mehrere Diplomaten den Rücken zu.

Vor laufender Kamera des Senders al-Jazeera rief Hussein Sadiq el Musrati das gesamte diplomatische Korps auf, sich seinem Rücktritt anzuschliessen. Der Diplomat berichtete von heftigen Kämpfen zwischen Ghadhafis Söhnen, doch liess sich diese Information laut al-Jazeera zunächst nicht bestätigen.

Wenig später kündigte nach Informationen des britischen Senders BBC der libysche Botschafter in Indien, Ali el Essawi, seinen Rücktritt an. Er gab das blutige Vorgehen des libyschen Regimes gegen die Demonstranten als Grund für seinen Entscheid an, sich der «Revolution» anzuschliessen.

Essawi warf der Regierung von Machthaber Muammar al-Ghadhafi vor, ausländische Söldner gegen die Protestbewegungen einzusetzen. Die BBC bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie mit Essawi gesprochen habe. Eine Bestätigung der Botschaft in Neu Delhi lag jedoch keine vor.

Hunderte Tunesier fliehen aus Libyen

Wegen der blutigen Proteste in Libyen sind Hunderte dort lebende Tunesier aus dem Land geflohen und in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Flüchtlinge hätten von einem wahren «Gemetzel» berichtet, sagte der tunesische Gewerkschafter Houcine Betaieb am Sonntagabend. Sie hätten um ihre Sicherheit gebangt und seien daher über den Grenzposten Ras-Jdir nach Tunesien zurückgekehrt. Am Grenzübergang habe es wegen des Andrangs einen grossen Stau gegeben.

In der Hauptstadt Tripolis griffen Demonstranten am Sonntagabend unter anderem eine Baustelle an, die von einer südkoreanischen Firma betrieben wird. Mindestens vier Ausländer seien verletzt worden, teilte das südkoreanische Aussenministerium am Montag mit. Demonstranten hätten die Baustelle gestürmt, sich zurückgezogen und seien einige Stunden später wiedergekehrt, sagte ein Vertreter des Ministeriums. Die Auseinandersetzung sei immer noch im Gang.

Asiatische Bauarbeiter verletzt

Bei den Verletzten handle es sich um drei südkoreanische Arbeiter und um einen oder zwei Kollegen aus Bangladesh, sagte der Vertreter. Auf der Baustelle arbeiten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge mehr als tausend Menschen aus Bangladesh sowie 40 bis 50 Südkoreaner.

SDA/pbe

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