Zum Hauptinhalt springen

«In Syrien wird es blutiger werden als in Ägypten oder Tunesien»

Bashir Assad geht mit tödlicher Gewalt gegen die Opposition vor. Die Lage eskaliert täglich. Wie die Situation in Syrien einzuschätzen ist, sagt der Syrien-Kenner und Nahost-Experte Carsten Wieland.

Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Reuters
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Reuters
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Reuters
1 / 28

Heckenschützen schiessen auf Trauernde, Panzer fahren in syrischen Städten ein. Allein am Osterwochenende sollen 120 Menschen getötet worden sein. Was wissen Sie über die aktuelle Lage vor Ort?

Es bleibt vieles im Unklaren, auch dadurch, dass Telefonleitungen unterbrochen sind und Oppositionelle massiv eingeschüchtert werden. Es finden gezielte Razzien gegen Oppositionelle statt. Die Lage ist chaotisch. Vom Regime wird ein Szenario gemalt, das so nicht zutrifft, nämlich, dass lediglich Islamisten und Salafisten hinter den Protesten stünden. Von Berichten von Einheimischen erfährt man, dass sich Gruppen bewaffnen, die aber nicht näher definiert sind. Das ist in Syrien etwas vollkommen Neues, weil das extrem ausgeprägte Gewaltmonopol des Staates Stabilität und Ruhe bezüglich Kriminalität und religiöse Spannungen brachte. Bei der grossen Breite von Demonstranten handelt es sich nicht um Salafisten oder Kriminelle, sondern um Bürger, die ihre Freiheit einfordern.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Mehr zum thema