Zum Hauptinhalt springen

«In Libyen brauchen eine Million Menschen dringend Hilfe»

Hunderttausende Menschen, die noch in Libyen oder bereits geflohen sind, brauchen gemäss Uno-Angaben Unterstützung. Die Vereinten Nationen benötigen für die Soforthilfe 160 Millionen Dollar.

Leben unter misslichen Bedingungen: Flüchtlinge verbrennen an der Grenze von Tunesien in einem Lager ihren Abfall. (7. März 2011)
Leben unter misslichen Bedingungen: Flüchtlinge verbrennen an der Grenze von Tunesien in einem Lager ihren Abfall. (7. März 2011)
Keystone
Männer aus Bangladesh überqueren die Grenze zu Tunesien.
Männer aus Bangladesh überqueren die Grenze zu Tunesien.
Keystone
In der Nähe von Ras Ajdir, liybische Seite. Ghadhafi-Anhänger skandieren vor den Flüchtlingen für Ghadhafi. (2. März)
In der Nähe von Ras Ajdir, liybische Seite. Ghadhafi-Anhänger skandieren vor den Flüchtlingen für Ghadhafi. (2. März)
Monica Fahmy
1 / 36

Der heute lancierte Uno-Hilfsappell gehe von weiteren 200'000 Flüchtingen aus, die sich den ebensovielen aus Libyen schon geflohenen Menschen anschliessen werden. Dies sagte Uno-Hilfskoordinatorin Valérie Amos vor den Medien in Genf. «In und um Libyen brauchen eine Million Menschen dringend Hilfe»

Die Uno-Organisationen und ihre 17 Partnerorganisationen wollen bis Anfang Sommer auch 600'000 in Libyen verbliebenen Bedürftigen zu Hilfe kommen. Der aktuelle Hilfsappell werde in zwei Wochen den laufend ändernden Bedürfnissen angepasst, präzisierte Amos. Nach Angaben der Organisation für Migration (IOM) sind mit 200'000 Menschen lediglich 15 Prozent der in Libyen lebenden Gastarbeiter vor den Unruhen und Kämpfen geflohen.

Hunderttausende noch in Libyen

Der Flüchtlingsstrom habe sich in den vergangenen Tagen abgeschwächt. Die internationalen Bemühungen zum Heimtransport von Gastarbeitern habe die Situation an der tunesisch-libyschen Grenze entlastet. Eine Verschlechterung der Flüchtlingslage sei aber zu befürchten. Bei einem erneuten Exodus müsste dann die Hilfe wieder aufgestockt werden, erläuterte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres.

Hunderttausende afrikanische Gastarbeiter befanden sich in Libyen. Nur sehr wenige von ihnen verliessen jetzt das Land. Allen anderen wagen sich nicht zu bewegen, zeigte sich Guterres besorgt. Über die Gründe des jüngst erfolgten starken Rückgangs der Flüchtlingswelle aus Libyen konnte auch die UNO nur mutmassen: Einsatz von Gaddafi-treuen Einheiten an den Grenzen, schwierige Durchquerung des Westens Libyens wegen Kämpfen und Blockaden oder immer mehr Gefahren auf den Fluchtwegen.

Alle wollen nach Hause

Jene Menschen, denen die Flucht aus Libyen gelungen war, hatten nur einen Wunsch: In ihre Ursprungsländer heimzukehren. Sie wollten nicht in eine Drittland reisen, wie die IOM und das UNO- Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) betonten. Bei dieser Gelegenheit lobte UNHCR-Chef Guterres die Gastfreundschaft von Tunesien und Ägypten. Er ersuchte alle Länder, ihre Grenzen offenzuhalten für all jene, die nicht heimkehren könnten - wie Menschen aus Somalia, Eritrea, den palästinensischen Gebieten oder aus dem Irak.

Besorgt über Berichte von Verletzten, die keine Hilfe erhalten

Die UNO bemüht sich weiterhin in Kontakt mit libyschen Stellen um die Entsendung einer Abklärungsmission für Tripolis. Sie seien sehr besorgt über Berichte von Verletzten, die keine Hilfe erhielten. Deshalb sei ein ungehinderter Zugang nötig, sagte UNO-Hilfskoordinatorin Amos. Priorität hätten für derzeit die 300'000 Einwohner der von Rebellen kontrollierten Stadt Misrata, die am vergangenen Wochenende von Regierungstruppen mit Panzern und Raketen beschossen worden sei.

«Hilfsorganisationen brauchen jetzt dringend Zugang», sagte Amos, die kürzlich das tunesisch-libysche Grenzgebiet besucht hatte. «Die Leute sind verletzt, sie sterben und brauchen dringend Hilfe.»

SDA/pbe

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch