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Ghadhafi und seine 143 Tonnen Gold

Der libysche Diktator sitzt auf einem Goldschatz im Wert von 6,5 Milliarden US-Dollar. Das dürfte reichen, um den Krieg noch lange zu finanzieren, berichtet die «Financial Times».

Gold für Waffen: Muammar al-Ghadhafi (im Bild an einem Gala-Dinner anlässlich des 41. Jahrestages der libyschen Revolution).
Gold für Waffen: Muammar al-Ghadhafi (im Bild an einem Gala-Dinner anlässlich des 41. Jahrestages der libyschen Revolution).
Reuters

Anders als viele seiner arabischen Despoten-Kollegen, die das Gold ihrer Zentralbank in Tresoren in London, New York oder der Schweiz gelagert haben, habe Muammar al-Ghadhafi die Goldreserven Libyens im Lande behalten, berichtet Financial Time Online. Und die Reserven, die dem Diktator zur Verfügung stehen, seien beachtlich.

Laut Weltwährungsfonds horte die Libysche Zentralbank 143,8 Tonnen Gold im Wert von 6,5 Milliarden US-Dollar. Dies sei genug, um eine Söldnerarmee über lange Zeit zu bezahlen. Um das Gold verkaufen zu können, müsse Ghadhafi es aber ausser Landes schaffen. Wo das Gold jetzt sei, sei unbekannt. Möglich, dass es in die Nähe der Grenzen zu Tschad und Niger geschafft worden sei, so Ft.com.

Wer kauft Ghadhafis Gold?

Wohl keine internationale Bank dürfte am libyschen Gold interessiert sein, um Ärger zu vermeiden. Ghadhafi könnte aber das Gold nach Tschad oder Niger bringen lassen, wo es verkauft werden könnte. Das Geld würde dann auf eine Bank transferiert, die im Besitz der libyschen Auslandbank sei, mutmasst Ft.com. Ein Teil des Goldes könnte auch gegen Waffen getauscht werden.

Zum Goldschatz kommen Milliarden von US-Dollar, die Ghadhafi gemäss «New York Times» angeblich in Form von Bargeld versteckt hat. Seit 2004 habe Ghadhafi heimliche Geldlager im Inland aufgebaut. Er fürchtete offenbar, dass der Westen zu einem späteren Zeitpunkt wieder Sanktionen gegen ihn verhängen könnte. Eine Furcht, die nicht so unbegründet war.

Cash für Söldner und Anhänger

Ghadhafi dürfte noch über genug Geld verfügen, um noch lange Krieg zu führen. Den angeheuerten Söldnern zahlt er laut verschiedenen Berichten zwischen 1000 und 20'000 US-Dollar pro Tag. Bei den Männern handelt es sich hauptsächlich um ehemalige Rebellen aus Tschad, Darfur und Niger, wo Ghadhafi die Aufständischen seit Jahren unterstützt hat.

Sein eigenes Volk versuchte Ghadhafi ebenfalls zu kaufen. Ende Februar 2011 hatte er jeder Familie 500 libysche Dinar (rund 400 US-Dollar) versprochen und die Anhebung der Gehälter gewisser Staatsangestellter um 150 Prozent angekündigt.

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