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Einflussreicher Scheich ruft zur Tötung Ghadhafis auf

Der Kleriker Yusuf al-Qaradawi hat eine Fatwa gegen den libyschen Revolutionsführer gesprochen. Libyen solle sich von Ghadhafi befreien.

Demonstranten in Tripolis: Das Staatsfernsehen behauptet, es handle sich um Anhänger von Ghadhafi. (21. Februar)
Demonstranten in Tripolis: Das Staatsfernsehen behauptet, es handle sich um Anhänger von Ghadhafi. (21. Februar)
AFP
Libyen brennt: Eine Amateuraufnahme zeigt einen brennenden Polizeiposten in der Stadt Tobruk. (21. Februar)
Libyen brennt: Eine Amateuraufnahme zeigt einen brennenden Polizeiposten in der Stadt Tobruk. (21. Februar)
Keystone
In den Tagen zuvor veröffentlichte das Regime zahlreiche Bilder von Pro-Regierungsdemonstranten, hier in Tripolis am 19. Februar.
In den Tagen zuvor veröffentlichte das Regime zahlreiche Bilder von Pro-Regierungsdemonstranten, hier in Tripolis am 19. Februar.
Keystone
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Scheich Yusuf al-Qaradawi hat sich in einem dramatischen Appell an die Soldaten der libyschen Armee gewendet: «Jeder, der in der Lage ist, eine Kugel auf Muammar Ghadhafi zu schiessen, sollte dies tun.» Mit diesen Worten erliess der einflussreiche Kleriker eine sogenannte Fatwa gegen den libyschen Diktator, der sich gemäss jüngsten Meldungen immer noch im Land aufhalten soll, vermutlich in einer Kaserne in Tripolis.

Yusuf al-Qaradawi rief die Armee zudem auf, nicht auf eigene Landsleute zu schiessen. Den libyschen Diplomaten in aller Welt rief er zu, sich vom Ghadhafi-Regime zu distanzieren, wie arabische Nachrichtenwebseiten berichten. In einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender al-Jazeera kritisierte er auch die «gleichgültige Haltung» der internationalen Gemeinschaft. «Hunderte Menschen wurden in Libyen in wenigen Stunden getötet, und die Welt blieb ruhig. Niemand sagte etwas.»

Leader der Muslimbrüderschaft in Qatar

Scheich al-Qaradawi ist im arabischen Raum eine bekannte und einflussreiche Persönlichkeit, weil er auf dem TV-Sender al-Jazeera eine eigene Sendung hat. Al-Qaradawi ist der führende Kopf der Muslimbrüderschaft in Qatar.

Bekanntheit erlangte der aus Ägypten stammende Kleriker durch kontroverse Fatwas oder religiöse Edikte sowie durch Gewalt legitimierende Stellungnahmen. So unterstützte er zum Beispiel Selbstmordattacken von Palästinensern in Israel. Aus diesem Grund werfen ihm westliche Länder vor, Terrorismus zu unterstützen. USA und Grossbritannien haben ein Einreiseverbot gegen den Scheich erlassen.

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