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«Eine Gewehrkugel kostet in Syrien heute drei Dollar»

Vor bald 19 Monaten begann in Syrien der Aufstand gegen Bashar al-Assads Regime. Mazen Adi ist Oppositioneller der ersten Stunde und erzählt vom Alltag in der Diktatur und im Bürgerkrieg.

Wirft der internationalen Gemeinde mangelnde Unterstützung vor: Der syrische Oppositionelle Mazen Adi.
Wirft der internationalen Gemeinde mangelnde Unterstützung vor: Der syrische Oppositionelle Mazen Adi.
Chantal Hebeisen
Zu Beginn der Revolution gingen die Menschen unbewaffnet auf die Strasse und demonstrierten gegen Bashar al-Assads Regime. Es war das erste Mal seit 30 Jahren, dass sich die Bevölkerung gegen das Regime auflehnte. (22. April 2011)
Zu Beginn der Revolution gingen die Menschen unbewaffnet auf die Strasse und demonstrierten gegen Bashar al-Assads Regime. Es war das erste Mal seit 30 Jahren, dass sich die Bevölkerung gegen das Regime auflehnte. (22. April 2011)
AFP
Ein grosser Teil ist zerstört: Eine Strasse in der Nähe von Aleppo. (6. Oktober 2012)
Ein grosser Teil ist zerstört: Eine Strasse in der Nähe von Aleppo. (6. Oktober 2012)
AFP
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Herr Adi, die aktuelle Situation in Syrien scheint verfahren, weder Opposition noch Regime gelingt es, den Krieg zu beenden. Wie will die Opposition weiter vorgehen? Das ursprüngliche Ziel des Regimes war es, die Opposition so niederzuschlagen wie 1982 in Hama, als das Militär einen ganzen Stadtteil zerstörte und ein riesiges Massaker anrichtete. Dieser Akt hat das Volk derart eingeschüchtert, dass sich das Regime damit weitere 30 Jahre Angstherrschaft sichern konnte. Der Assad-Clan regierte das Land so, als sei es sein Bauernhof und die Bevölkerung seine Knechte. Diese Taktik hat aber dieses Mal nicht funktioniert, denn das syrische Volk lässt sich nicht mehr unterdrücken. Unser Ziel ist es, das Regime zu entmachten, doch dazu müssen sich die Kräfteverhältnisse im Land verändern. Die Revolution muss die Oberhand gewinnen. Das gelingt uns momentan aber ohne die Hilfe der Internationalen Gemeinschaft nicht.

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