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«Wir haben gedacht, wir seien sicher»

Nach dem Anschlag in Mumbai mit 17 Toten befindet sich die Stadt in einem Schockzustand. Die Behörden suchen fieberhaft nach den Tätern. Viele Bewohner zweifeln inzwischen an den Sicherheitsvorkehrungen.

Trauer in Mumbai: Studenten zünden Kerzen für die Opfer der Anschläge an. (16. Juli 2011)
Trauer in Mumbai: Studenten zünden Kerzen für die Opfer der Anschläge an. (16. Juli 2011)
Keystone
Keine Mutmassungen: Indische Polizisten patrouillieren vor dem Basar, an dem eine der Bomben explodierte. (14. Juli 2011)
Keine Mutmassungen: Indische Polizisten patrouillieren vor dem Basar, an dem eine der Bomben explodierte. (14. Juli 2011)
Keystone
Die Frontscheibe wurde von der Detonation zerstört.
Die Frontscheibe wurde von der Detonation zerstört.
CNN
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Nach der Anschlagsserie in Mumbai sind Vorwürfe gegen die indischen Sicherheitskräfte und Geheimdienste laut geworden. Bei drei koordinierten Bombenanschlägen während des Feierabendverkehrs am Mittwoch waren 17 Menschen getötet und 131 weitere verletzt worden.

Die Geheimdienste hätten vor den Anschlägen keine Warnhinweise erhalten, sagte der indische Innenminister Palaniappan Chidambaram auf einer Pressekonferenz . «Wer auch immer für diese Angriffe verantwortlich ist, hat sie auf sehr geheime Art und Weise vorbereitet», sagte Chidambaram.

Die Polizei verfolge verschiedene Ansätze und gehe allen Hinweisen nach. «Wir deuten zu diesem Zeitpunkt nicht mit dem Finger auf jemanden», sagte Chidambaram. «Wir müssen jede mögliche feindliche Organisation überprüfen und herausfinden, wer hinter den Bombenanschlägen steckt.»

Ministerpräsident ruft Menschen zur Ruhe auf

In Mumbai fragten sich jedoch viele Bewohner, wie es trotz der massiven Sicherheitsvorkehrungen seit der verheerenden Terrorserie 2008 zu den Anschlägen kommen konnte. «Nach den Attacken 2008 und dem ganzen Medien-Hype haben wir gedacht, wir seien sicher», sagte die 33-jährige Anita Ramaswami. «Aber die Dinge haben sich nicht geändert und die Leute in Mumbai fühlen sich noch immer verletzlich.»

Ministerpräsident Manmohan Singh rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren und zusammenzustehen. Indien hatte erst vor wenigen Monaten wieder Friedensgespräche mit Pakistan aufgenommen, das für die Terrorserie in Mumbai im November 2008 verantwortlich gemacht wurde. Damals hatten Bewaffnete unter anderem zwei Luxushotels gestürmt und 166 Menschen getötet.

Die Angriffe wurden einer von Pakistan aus operierenden fundamentalistischen Organisation angelastet. Die pakistanische Regierung sprach Indien ihr Beileid aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama kondolierten.

Massaker in Luxushotels

Sollte sich die Einstufung als Terroranschlag bestätigen, wäre dieses der erste derartige Angriff seit im November 2008 in Mumbai. Damals wurden 166 Menschen getötet. Bewaffnete hatten unter anderem zwei Luxushotels gestürmt.

Die damaligen Angriffe wurden damals der aus Pakistan operierenden fundamentalistischen Organisation Lashkar-e-Taiba angelastet. Die bilateralen Beziehungen der beiden südasiatischen Atommächte waren nach den Anschlägen an einem Tiefpunkt angelangt.

Inzwischen haben sich beide Seiten auf diplomatischer Ebene jedoch wieder angenähert. Die pakistanische Regierung sprach kurz nach den Explosionen ihr Beileid aus. Auch US-Präsident Barack Obama verurteilte die Taten und bot Hilfe bei den Ermittlungen an.

Anschläge auf Pendlerzüge

Auch zuvor war Mumbai bereits wiederholt Schauplatz blutiger Anschläge. So starben bei einer Serie von Bombenanschlägen am 11. Juli 2006 auf Bahnhöfen und in mehreren Pendlerzügen insgesamt 209 Menschen, mehr als 700 weitere wurden verletzt. Auch damals machte die Regierung Lashkar-e-Taiba für die Gewalttaten verantwortlich.

dapd/kpn, jak

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