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Wie Pyongyang Raketen in den Iran liefert

Trotz Sanktionen exportiert Nordkorea laut einem UNO-Bericht weiterhin Rüstungstechnologie ins Ausland. Für die Lieferungen werden Fluggesellschaften eingespannt.

Waffenverkäufe als Einnahmequelle: Nordkoreas Diktator Kim Jong-il mit seinem Sohn und Nachfolger Kim Jong-un.
Waffenverkäufe als Einnahmequelle: Nordkoreas Diktator Kim Jong-il mit seinem Sohn und Nachfolger Kim Jong-un.
Keystone

Nordkorea verstösst nach Erkenntnissen von UNO-Experten weiterhin mit dem Export von Raketen und Rüstungstechnologie gegen die vom UNO-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen. Die siebenköpfige Expertengruppe, die die Einhaltung der Sanktionen gegen das Regime in Pyongyang überwacht, erklärte in einem Bericht, das Land habe ausserdem den Bau einer zweiten Raketenabschussbasis abgeschlossen oder stehe kurz davor. Der Bericht sollte heute von den 15 Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats geprüft und veröffentlicht werden.

«Im Bemühen um harte Währung und Fortschritte seines eigenen Programms war das Land aktiv im Export von vollständigen (Raketen-) Systemen, von Komponenten und Technologie an zahlreiche Kunden in der arabischen Welt, im Mittleren Osten und in Südostasien engagiert», schrieben die Experten in dem Bericht, der der Nachrichtenagentur AP am Montag vorlag.

Linienflüge der Fluggesellschaften Air Koryo und Iran Air seien regelmässig für den Austausch von Bauteilen bis hin zu ganzen Raketen genutzt worden, heisst es in dem Bericht weiter. Die Lieferungen sollen dabei einen Zwischenstopp in einem Drittland gemacht haben, das von Diplomaten als China identifiziert wurde.

Iran sagt, es brauche keine Hilfe beim Bau von Raketen

Ramin Mehmanparast, Sprecher des iranischen Aussenministeriums, nannte die Anschuldigungen am Dienstag Erfindungen. «Wir glauben, dass solche Berichte mit bestimmten Absichten veröffentlicht werden», sagte er. Die iranische Raketentechnik sei so fortschrittlich, dass technische Hilfe eines anderen Landes nicht nötig sei, sagte Mehmanparast.

Auch China versuchte, die in dem Bericht erhobenen Anschuldigungen herunterzuspielen. Der Bericht gebe weder die Position des Sicherheitsrats noch die der relevanten Mitglieder des Sanktionsausschusses wieder, teilte die Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums, Jian Yu, in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Auf die Anschuldigungen, China diene als Transferland, ging sie nicht ein. China sei ernsthaft und verantwortungsvoll um die Umsetzung der vom Sicherheitsrat verabschiedeten Resolutionen bemüht, schrieb Jian.

Zwei Atomtests

Der Sicherheitsrat hatte 2006 nach dem ersten nordkoreanischen Atomtest Sanktionen gegen das Land verhängt. Weitere Strafmassnahmen folgten 2009 nach dem zweiten Test. Pyongyang weigert sich, sein Atomwaffen- und sein Raketenprogramm aufzugeben.

dapd/jak

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