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Weiteres japanisches AKW mit radioaktivem Leck

Das japanische AKW Hamaoka, das in einem stark erdbebengefährdeten Gebiet liegt, wird stillgelegt. Derweil ist aus einem anderen Kernkraftwerk Radioaktivität ausgetreten.

Der grösste Sorgen-Reaktor: Das AKW Hamaoka in der Präfektur Shizuoka.
Der grösste Sorgen-Reaktor: Das AKW Hamaoka in der Präfektur Shizuoka.

Auf Druck der japanischen Regierung wird das Atomkraftwerk Hamaoka heruntergefahren. Der Betreiber Chubu Electric Power erklärte, in einer Sondersitzung der Unternehmensführung sei entschieden worden, die drei Reaktoren vom Netz zu nehmen. Damit kam der Konzern einer Forderung von Ministerpräsident Naoto Kan nach, der eine Schliessung der Anlage gefordert hatte, während neue Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Hamaoka liegt rund 200 Kilometer westlich von Tokio und gilt als das gefährlichste Atomkraftwerk des Landes, weil es in einem stark erdbebengefährdeten Gebiet liegt.

Derweil ist im Atomkraftwerk Tsuruga 2 an der Westküste Japans Radioaktivität freigesetzt worden. Das Ausmass der ausgestossenen Radioaktivität sei jedoch sehr gering, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag den Betreiber Japan Atomic Power (Japco). Am AKW Tsuruga 2 hatte es erst vor eine Woche Probleme gegeben, Substanzen im Kühlwasser des Reaktors hatten auf defekte Brennelemente hingewiesen. Der Meiler wurde zeitweise heruntergefahren.

Ein Mitarbeiter der japanischen Atomsicherheitsbehörde Nisa hatte anschliessend versichert: «Es gibt keine Auswirkungen auf die Umwelt.» Warum nun doch radioaktive Substanzen in die Umgebung gelangten, wurde zunächst nicht bekannt.

Japan hält an Atomkraft fest

Erst gestern hat der stellvertretende Chefsekretär des Kabinetts, Yoshito Sengoku, gegenüber dem Fernsehsender NHK betont, dass Japan an der Atomkraft festhalten werde. Pläne, weitere Reaktoren neben dreien im Atomkraftwerk Hamaoka stillzulegen, habe die Regierung nicht. Abgesehen vom AKW Hamaoka sei bei den Standorten der anderen Atomkraftwerke die Gefahr eines grösseren Erdbebens in den nächsten 30 Jahren «äusserst gering». Die Regierung liess nach dem verheerenden Erdbeben Anfang März alle 54 Atomreaktoren des Landes auf ihre Erdbebensicherheit hin überprüfen.

SDA/jak

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