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Was die Nato für den Sieg in Afghanistan braucht

US-Verteidigungsminister Robert Gates sprach nach einem Treffen der 46 Länder der Internationalen Afghanistan-Truppe (ISAF) in Brüssel von einem «langen und schwierigen Kampf».

ISAF-Kämpfer in Afghanistan: Noch sind die alliierten Truppen noch weit von einem Erfolg entfernt.
ISAF-Kämpfer in Afghanistan: Noch sind die alliierten Truppen noch weit von einem Erfolg entfernt.
Reuters

Der ISAF-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal hatte zuvor Rückschläge bei der Offensive in Südafghanistan eingeräumt. Gates sagte nach dem zweitägigen NATO-Treffen in Brüssel, ein Erfolg in Afghanistan werde «nicht schnell und ohne Kosten kommen». In einer gemeinsamen Erklärung der Verteidigungsminister der Transatlantischen Allianz ist von «gemässigten Fortschritten» am Hindukusch die Rede.

Bündnis-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die NATO-geführte ISAF-Truppe mit rund 120'000 Soldaten ab dem Jahresende schrittweise die Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben könne. Dafür fehlen dem Bündnis nach Angaben von Diplomaten derzeit rund 450 Militär-Ausbilder.

Mehr Ausbilder

Gates rief alle Länder «ohne grossen Kampfeinsatz» auf, mehr Ausbilder zu entsenden. Konkrete Zusagen für mehr Trainer machte in Brüssel kein Land. Rasmussen verwies auf die unter Spardruck stehenden Verteidigungsbudgets der 28 Mitgliedsländer. Es gebe «keinen Mangel an Willen, sondern an Leistungsfähigkeit».

Auch Deutschland sieht sich derzeit nicht in der Pflicht, noch mehr Ausbilder zu entsenden. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), verwies auf das kürzlich angepasste Afghanistan-Mandat, das bis zu 1200 Ausbilder für die afghanischen Sicherheitskräfte vorsieht - sechsmal so viel wie bisher.

Keinen «D-Day» genannt

Schmidt sagte zum Fortgang der Offensive im südafghanischen Kandahar, US-General McChrystal habe nie einen Termin für einen «D-Day» genannt. Die Ursache für die Entwicklung sehe McChrystal in der neuen NATO-Strategie, welche mehr Gewicht auf die Entwicklungshilfe legt, sagte Schmidt. Diese sehe vor, die Taliban «auszutrocknen» und nicht in erster Linie mit militärischen Mitteln zu bekämpfen.

In der Debatte um den Aufbau einer NATO-eigenen Raketenabwehr signalisierte Deutschland erstmals Zustimmung. «Die Bundesregierung unterstützt diese Initiative», sagte Staatssekretär Schmidt. NATO-Generalsekretär Rasmussen hofft, dass der Bündnis-Gipfel im November in Portugal den Weg für das System frei macht. Für den nötigen einstimmigen Beschluss müssen noch Bedenken Frankreichs ausgeräumt werden. Mit der Raketenabwehr will sich die Allianz vor möglichen Angriffen aus dem Iran schützen.

Die Geldfrage

In den Sparzwängen des Bündnisses sieht die Bundesregierung kein Hindernis. Der Raketenschild sei «kostengünstig», sagte Schmidt. Wegen der Nutzung bestehender Sicherheitseinrichtungen der USA und Europas seien neue Geschütze und neue Raketen überflüssig. Die NATO beziffert die Kosten auf weniger als 200 Millionen Euro über zehn Jahre.

dapd

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