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Warnung vor Bürgerkrieg in Thailand

Lange waren sie ruhig, nun machen die Anhänger von Thailands Ministerpräsidentin Yingluck mobil. «Wir werden kämpfen», sagt der Anführer der Rothemden.

«Wir werden kämpfen, wenn das Land undemokratisch wird»: Jatuporn Promphan, der Anführer der Rothemden. (5. April 2014)
«Wir werden kämpfen, wenn das Land undemokratisch wird»: Jatuporn Promphan, der Anführer der Rothemden. (5. April 2014)
Reuters

Angesichts der monatelangen Proteste der thailändischen Opposition haben Regierungsanhänger vor einem Bürgerkrieg gewarnt. «Wir werden kämpfen, wenn das Land undemokratisch wird», sagte der Anführer der sogenannten Rothemden, Jatuporn Promphan. Seine Bewegung wolle dies nicht, aber «das wird passieren, wenn es einen Putsch gibt und die Demokratie gestohlen wird», sagte er.

Zehntausende Unterstützer von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra versammelten sich zu einer dreitägigen Kundgebung ausserhalb der Hauptstadt Bangkok und warfen den Regierungsgegnern einen Putschversuch vor. Die Opposition und die Justiz des Landes versuchten, die Macht ohne Wahlen zu übernehmen, sagte Jatuporn. Das Volk habe nun die Hoffnung verloren, denn es sei ihm bewusst, dass es fortwährend enttäuscht werde.

«Putsch der Gerichte» möglich

Die Kundgebung fand aus Sicherheitsgründen nicht im Zentrum von Bangkok statt, sondern etwa zwölf Kilometer entfernt im Westen. Zuletzt war es bei einer Massendemonstration der Regierungsanhänger im November zu Gewalt gekommen, fünf Menschen wurden getötet. Seitdem haben die Rothemden Grossveranstaltungen in Bangkok vermieden. Seit Beginn der massiven Protestwelle gegen Yingluck wurden insgesamt mindestens 24 Menschen getötet, darunter drei Kinder.

Die Opposition drängt Yingluck zum Rücktritt und will einen nicht gewählten «Volksrat» einsetzen, der Reformen gegen Korruption einleitet. Überdies gibt es Vorwürfe der staatlichen Anti-Korruptions-Behörde gegen Yingluck wegen teurer Reissubventionen und sie muss sich vor dem Verfassungsgericht wegen der Entlassung des Chefs des Nationalen Sicherheitsrats 2011 rechtfertigen. Beide Fälle könnten sie das Amt kosten, Beobachter halten einen «Putsch der Gerichte» für möglich.

Yingluck ist derzeit nur noch als Interimsregierungschefin mit geringeren Vollmachten im Amt, nachdem sie das Parlament aufgelöst und eine vorgezogene Wahl für Februar angesetzt hatte, um ihre Gegner zu beschwichtigen. Die Abstimmung wurde aber vom Verfassungsgericht annulliert. Einen neuen Termin gibt es nicht.

SDA/ldc

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