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Trump gibt Vorgängern Schuld an Nordkorea-Krise

Nordkoreas Führer Kim Jong-un will Trump, den «alten Greis», «mit Feuer zähmen». Dieser kontert – und attackiert gleichzeitig die Präsidenten vor ihm.

Verbaler Konflikt: Trump teilt im Nordkorea-Konflikt erneut aus. Video: Tamedia/AFP

Der Krieg der Worte zwischen den USA und Nordkorea setzt sich fort. US-Präsident Donald Trump sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung für den republikanischen Senator Luther Strange im US-Staat Alabama: «Wir können da draussen nicht Verrückte haben, die überall Raketen rumschiessen». Doch sein verbaler Angriff galt nicht nur Kim Jong-un, auch seine Vorgänger kritisierte er: «Um den Raketenmann hätten sich bereits die Präsidenten vor mir kümmern müssen.»

Donald Trump sucht und findet die Schuld in der Nordkorea-Krise bei seinen Vorgängern: Der US-Präsident an einer Wahlkampfveranstaltung in Alabama. (22. September 2017)
Donald Trump sucht und findet die Schuld in der Nordkorea-Krise bei seinen Vorgängern: Der US-Präsident an einer Wahlkampfveranstaltung in Alabama. (22. September 2017)
Brynn Anderson/AP, Keystone
Dieser «Amerikaner» ist ein «geistesgestörter seniler Greis», sagt Kim...
Dieser «Amerikaner» ist ein «geistesgestörter seniler Greis», sagt Kim...
Ahn Young-joon/AP, Keystone
Nach der Warnung des US-Präsidenten sackte der Dow Jones vor Börsenschluss ab. (8. August 2017)
Nach der Warnung des US-Präsidenten sackte der Dow Jones vor Börsenschluss ab. (8. August 2017)
Bryan R. Smith, AFP
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Zuvor schrieb Trump auf Twitter: «Der Nordkoreaner Kim Jong-un, der offensichtlich ein Wahnsinniger ist, dem es egal ist, dass er sein eigenes Volk tötet und verhungern lässt, wird auf die Probe gestellt werden wie niemals zuvor.»

Dies ist als Reaktion auf eine Aussage Kims zu werden. Er hatte Trump in einer Stellungnahme als «verrückten Alten» – oder in einer anderen Übersetzung als «geistesgestörten senilen Greis» bezeichnet und gesagt, er werde ihn mit Feuer zähmen. Der nordkoreanische Staatschef reagierte damit seinerseits auf die Rede Trumps bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung, in der er Nordkorea im Falle eines Angriffes mit «völliger Zerstörung» gedroht hatte.

Wasserstoffbombe im Pazifik

Nordkorea und die USA drehen weiter an der Spirale gegenseitiger Drohungen: Als Reaktion auf die martialischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump deutete Nordkoreas Aussenminister nun die Möglichkeit eines Wasserstoffbomben-Tests über dem Pazifik an.

Am Rande der UNO-Vollversammlung in New York sagte Ri Yong Ho am Freitag vor Medien, Pyongyang könne in Erwägung ziehen, eine Wasserstoffbombe ausserhalb des eigenen Staatsgebietes zu zünden. «Ich denke, es könnte ein Wasserstoffbombentest von beispiellosem Ausmass vielleicht über dem Pazifik sein», sagte er. Die Entscheidung liege jedoch «bei unserem Führer».

«Kompromissloseste Massnahme der Geschichte»

Wenige Stunden zuvor hatte der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un auf die Drohungen Trumps vor der UNO-Vollversammlung reagiert. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA erklärte Kim, er werde «den Mann, der die Hoheit über das Oberkommando in den USA hat, für seine Rede teuer bezahlen lassen».

Trump habe «mich und mein Land vor den Augen der Welt beleidigt und die wildeste Kriegserklärung der Geschichte abgegeben». Er werde «den geisteskranken, dementen US-Greis sicher und endgültig mit Feuer zähmen», sagte Kim und drohte die «kompromisslosesten Gegenmassnahmen der Geschichte» an.

Totale Zerstörung

US-Präsident Trump hatte am Dienstag in der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York gedroht, Nordkorea bei einem Angriff «total zu zerstören». Das Atomprogramm des Landes sei eine Gefahr für die ganze Welt.

Trump hatte Kim den Spitznamen «Rocket Man» gegeben.

Auch EU verschärft Sanktionen

Nach den USA kündigte auch die Europäische Union am Donnerstagabend neue Sanktionen gegen Pyongyang an. Dabei soll es um ein Verbot von Investitionen in Nordkorea für sämtliche Wirtschaftszweige gehen, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hiess.

Die EU will die neuen Sanktionen im Oktober verabschieden. Diese Grundsatzentscheidung trafen die für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter am Donnerstagabend, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hiess.

Keine Bankgeschäfte mehr

Dabei sollen auch Ölausfuhren in das Land untersagt werden. Zudem sind Einreiseverbote und Kontosperren für weitere nordkoreanische Personen, Organisationen und Unternehmen geplant.

Trump hatte kurz zuvor neue, harte Sanktionen gegen Nordkorea verkündet. Sie zielen darauf ab, jeglichen Handel mit Nordkorea zu unterbinden. Banken weltweit können demnach künftig keine Geschäfte mehr mit Nordkorea abwickeln und gleichzeitig straffrei Geschäftsbeziehungen in oder mit den USA unterhalten.

Kein Kollaps Nordkoreas

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und Südkoreas Präsident Moon Jae In begrüssten die Entscheidung Trumps. «Wir begeben uns auf eine neue Stufe des Drucks», sagte Abe. Japan stehe vollumfänglich hinter diesem Vorgehen. Auch Moon sagte, sein Land werde seine eigenen Schritte mit denen der USA eng abstimmen.

Er betonte jedoch auch, es gehe seinem Land nicht um einen Kollaps des Nachbarstaates. Seoul und die Weltgemeinschaft unternähmen alles nur mögliche, um den Atomkonflikt mit Pyongyang friedlich beizulegen.

Raketen über Japan

China seinerseits rief Nordkorea erneut dazu auf, das Atomprogramm aufzugeben. Russlands Aussenminister Sergej Lawrow warnte davor, Sanktionen im Alleingang zu verhängen, die über Strafmassnahmen des UNO-Sicherheitsrats hinausgehen.

Nordkorea hatte Anfang September nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet und damit seinen bislang stärksten Atombombentest vorgenommen. Zudem feuerte das Land zuletzt zwei Raketen über Japan hinweg und macht keine Anzeichen, sein Atomwaffenprogramm einschränken oder aufgeben zu wollen.

SDA/oli

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