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Taliban sprengt sich an Beerdigung in die Luft

Als Polizisten einem Kollegen die letzte Ehre erweisen wollten: Am Eingang einer Moschee im pakistanischen Quetta hat ein Mann eine Bombe gezündet und mindestens 38 Menschen in den Tod gerissen.

Spuren der Verwüstung: Behördenvertreter vor Ort in Quetta. (8. August 2013)
Spuren der Verwüstung: Behördenvertreter vor Ort in Quetta. (8. August 2013)
Naseer Ahmed, Reuters

Blutige Anschläge mit Dutzenden Toten haben in Afghanistan und Pakistan das Ende des Fastenmonats Ramadan überschattet. Bei einem Selbstmordattentat während der Beisetzung eines ermordeten Polizisten im Südwesten Pakistans wurden nach offiziellen Angaben mindestens 38 Menschen getötet und 50 verletzt. Auch in der ostafghanischen Provinz Nangarhar wurden mindestens 14 Gäste einer Trauerfeier durch eine Bombenexplosion getötet.

Der Anschlag in Pakistan traf nach Polizeiangaben das Hauptquartier der Sicherheitskräfte in der Stadt Quetta, wo sich zahlreiche Beamte zum Gedenken an ihren getöteten Kollegen versammelt hatten. Unter den Opfern sei einer der ranghöchsten Polizisten der Stadt. Der Mann, für den sich die Trauergemeinde versammelt hatte, war nur wenige Stunden zuvor zusammen mit seinen beiden Söhnen und seinem Fahrer erschossen worden, wie örtliche Journalisten berichteten. Quetta liegt in der unruhigen Provinz Baluchistan, die an Afghanistan grenzt.

Letzter Tag des Ramadans

Zum Anschlag bekennten sich die Taliban. Sprecher Shahidullah Shahid sagte, mit dem Anschlag hätten die Extremisten Polizisten in Quetta bestrafen wollen, die «gegen den Islam» gearbeitet hätten. Nähere Angaben machte er nicht.

Der Anschlag ereignete sich am letzten Tag des Ramadans in Pakistan und steigerte die Zahl der Anschlagsopfer während des Fastenmonats auf mehr als 120. Während das islamische Fest zum traditionellen Fastenbrechen namens Eid al-Fitr dort erst am Freitag gefeiert wird, wurde es in Afghanistan und anderen islamischen Staaten schon am Donnerstag begangen. Besuche an den Gräbern von Freunden und Angehörigen gehören in der Regel zum Ritus dazu.

Das Attentat auf dem Friedhofsgelände im afghanischen Bezirk Ghani Chel riss vor allem Frauen und Jugendliche in den Tod, die für die verstorbene Ehefrau eines regierungsnahen Stammesführers beteten. Die genauen Hintergründe der Explosion sind nach Polizeiangaben noch unklar.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai forderte die radikalislamischen Taliban in einer Ansprache anlässlich des Eid-Festes auf, ihren Kampf zu beenden. «Ihr arbeitet für andere», sagte Karzai in Anspielung auf den Nachbarstaat Pakistan, der der Unterstützung der Aufständischen verdächtigt wird. Ausländische Waffen in den Händen der Taliban töteten «unschuldige Afghanen», beklagte der Präsident, und schickte einen Appell hinterher: «Hört auf damit, seid afghanisch!»

In jüngster Zeit hat die Zahl der tödlichen Anschläge in Afghanistan wieder zugenommen. Mitte Juni übernahmen afghanische Kräfte landesweit die Sicherheitsverantwortung, bis Ende 2014 sollen die internationalen Kampftruppen das Land am Hindukusch verlassen haben.

AFP/AP/mw

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