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Taliban gedenken Osama Bin Laden

In einer Trauerfeier in der pakistanischen Stadt Wana priesen Hunderte Taliban den getöteten Terroristenführer. Der Geheimdienst liess sie gewähren.

Überschatten Afghanistan mit einer Angriffsserie: Taliban-Kämpfer im Süden des Landes.
Überschatten Afghanistan mit einer Angriffsserie: Taliban-Kämpfer im Süden des Landes.
Keystone

In Pakistan haben mehrere Hundert Talibankämpfer dem getöteten Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden gedacht. Die Trauernden priesen Bin Laden und skandierten anti-amerikanische und -pakistanische Parolen. Die Trauerfeier fand in der Stadt Wana in Süd-Waziristan statt. Die Region war vor dem Beginn einer Militäroffensive 2009 gegen die Extremisten der Hauptrückzugsort für die Taliban in Pakistan.

Die Trauerfeier war einem pakistanischem Geheimdienstmitarbeiter zufolge vom Militär des Landes genehmigt worden, da sie von einem Talibananführer geleitet wurde, der eine Friedensvereinbarung mit der Regierung in Islamabad getroffen haben soll.

Angriff auf Kandahar

Zuvor wurde Kandahar von einer 36-stündigen Angriffsserie der Taliban erschüttert. Erst in der Nacht zum Montag konnten afghanische Sicherheitskräfte die Angriffsserie des Taliban-Kommandos in Kandahar beenden. Der letzte der Kämpfer, die sich in einem Polizeigebäude in der südafghanischen Provinzhauptstadt verschanzt hielten, wurde nach Behördenangaben in der Nacht erschossen, bevor er seinen Sprengstoffgürtel zünden konnte.

Mit Selbstmordkommandos, Bomben und Granaten griffen die Aufständischen zahlreiche Regierungsgebäude an. Am Montag normalisierte sich das Leben in der Stadt wieder, wie AFP-Reporter berichteten.

Kanadischer Tourist entführt

Derweil haben afghanische Taliban ein Video eines entführten kanadischen Touristen veröffentlicht. In einer mit dem Video an die Medien verschickten Erklärung drohte die radikalislamische Bewegung, den 26-Jährigen wegen Spionage vor Gericht zu stellen, sollte die kanadische Regierung sich nicht umgehend für die Lösung der Frage einsetzen. Demnach wurde der Mann in der zentralafghanischen Provinz Ghasni entführt.

Der Zeitpunkt seiner Entführung ist unklar, doch bestätigte die kanadische Regierung im Februar den Vorfall und erklärte, er sei als Tourist nach Afghanistan gereist. Das kanadische Aussenministerium erklärte, es sei sich der Veröffentlichung des Videos bewusst. Es arbeite mit den afghanischen Behörden zusammen, um die Familie des Mannes bei ihren Bemühungen um seine Freilassung zu unterstützen.

Entführungsvideo veröffentlicht

Das kurze Video, dessen Aufnahmedatum unbekannt ist, zeigt den jungen Mann glattrasiert, wie er auf Fragen eines nicht gezeigten Fragestellers antwortet. «Ich wurde human behandelt», sagt er auf die Frage nach seiner Behandlung in Gefangenschaft. Er sei wegen «der Geschichte, historischen Orten, alten Gebäuden, Heiligtümern» nach Afghanistan gereist. Er dementierte, für die kanadische Regierung zu arbeiten.

dapd/ sda/jak

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