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Syrien am «Tag des Zorns»

Regierungsgegner in Syrien haben im Internet zu Protesten aufgerufen. Damaskus reagiert mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen.

Die Zügel in der Hand: Syriens Machthaber Bashar Assad.
Die Zügel in der Hand: Syriens Machthaber Bashar Assad.
Keystone

In Syrien sind die Sicherheitsvorkehrungen am Freitag angesichts geplanter Anti-Regierungs-Demonstrationen verschärft worden. Sicherheitskräfte in Zivil gruppierten sich um das Parlament in der Hauptstadt Damaskus. Nach dem Vorbild der Opposition in Tunesien und Ägypten haben auch Regierungsgegner in Syrien im Internet zu einem «Tag des Zorns» aufgerufen. Für Freitag und Samstag waren Proteste geplant, doch am frühen Freitagnachmittag waren keine Demonstranten vor dem Parlament zu sehen.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch erklärte unter Berufung auf Augenzeugen, die Sicherheitskräfte hätten in den vergangenen Tagen massiv alle eingeschüchtert, die sich mit den Demonstranten in Ägypten solidarisch zeigen wollten. Auch Syrien leidet unter Korruption, Unfreiheit, Armut und Arbeitslosigkeit. In Tunesien und Ägypten waren die Seiten sozialer Netzwerke von zentraler Bedeutung für die Organisation der Protestbewegung. In Syrien ist Facebook zwar verboten, dennoch gelingt es vielen Syrern irgendwie, sich Zugang zu verschaffen.

Zu wenig politische Reformen

Staatschef Bashar Assad übernahm die Macht in Syrien nach dem Tod seines Vaters Hafis im Jahr 2000. Hafis al-Assad hatte das arabische Land drei Jahrzehnte lang mit harter Hand regiert. Sein 45-jähriger Sohn hat das Land seither für ausländische Banken und Importe geöffnet und den Privatsektor gestärkt. Die wirtschaftliche Liberalisierung ging jedoch nicht einher mit politischen Reformen. Regierungskritiker landen in Syrien häufig im Gefängnis.

Assad wird von vielen Arabern als standfester Widersacher gegen den Erzfeind Israel geschätzt. Seine Unterstützung der militanten israelfeindlichen Organisationen Hamas und Hizbollah und seine Gegnerschaft zu der US-Invasion im Irak hat Assad im eigenen Land mehr Sympathie verschafft, als dies bei anderen Staatschefs arabischer Länder der Fall gewesen ist.

dapd/jak

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