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Südkorea bricht Blitzübung ab

Nach etwas mehr als einer Stunde hat Südkorea seine Schiessübungen auf der Insel Yeonpyeong beendet. Nordkorea hatte zuvor mit einem Militärschlag gedroht.

Verfolgen gespannt die Nachrichten über das Militärmanöver: Südkoreaner vor einem Fernsehbildschirm.
Verfolgen gespannt die Nachrichten über das Militärmanöver: Südkoreaner vor einem Fernsehbildschirm.
Keystone
Vorbereitung auf den Ernstfall: Ein Bewohner von Yeonpyeong trägt im Bunker eine Gasmaske.
Vorbereitung auf den Ernstfall: Ein Bewohner von Yeonpyeong trägt im Bunker eine Gasmaske.
Reuters
Erhöhte Alarmbereitschaft: Südkoreanischer Soldat in der Nähe der entmilitarisierten Zone.
Erhöhte Alarmbereitschaft: Südkoreanischer Soldat in der Nähe der entmilitarisierten Zone.
Reuters
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Nordkorea hat verstimmt auf ein südkoreanisches Artilleriemanöver reagiert, diesmal aber nicht wie vor einem Monat selbst Ziele auf der Insel Yeonpyeong beschossen. Dabei wurden am 23. November vier Südkoreaner getötet. Die südkoreanische Artillerieübung am Montag fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt, hunderte Einwohner mehrerer Inseln und entlang der Landgrenze wurden in Schutzräume evakuiert. Die Luftwaffe flog Überwachungseinsätze.

In einer Meldung der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA wurde die neuerliche 90-minütige Übung mit scharfer Munition als «rücksichtslose militärische Provokation» bezeichnet. Auf eine Vergeltung sei verzichtet worden, weil die südkoreanischen Streitkräfte ihre Manöverzone gegenüber dem Vormonat verändert hätten. Im November reagierte der Norden nach eigenen Angaben darauf, dass südkoreanische Granaten seinem Territorium zu nahe gekommen sei. Nordkorea betrachtet die Gewässer um Yeonpyeong als sein Gebiet.

Nordkorea warnte vor Katastrophe

Nordkorea hatte den Süden bereits kürzlich vor einem Manöver mit scharfer Munition in den umstrittenen Gewässern und einer sich daraus ergebenden «Katastrophe» gewarnt. «Intensität und Umfang» eines potenziellen Gegenschlags würden schlimmer ausfallen, als bei dem Angriff auf Yeonpyeong vor einem Monat, warnte Nordkorea vorab.

Am Widerstand Chinas scheiterte unterdessen im UN-Sicherheitsrat eine Resolution, mit der Nordkorea wegen zwei tödlicher Angriffe auf den Süden verurteilt werden sollte. Das teilte die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice mit.

Keine gemeinsame Korea-Resolution

Derweil konnte sich der UN-Sicherheitsrat in New York nicht auf eine gemeinsamen Korea-Resolution einigen. Der Rat war in New York wegen der wachsenden Spannungen zwischen Nord- und Südkorea zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice sagte, die USA und andere Ratsmitglieder hätten eine Verurteilung Nordkoreas für zwei tödliche Angriffe in diesem Jahr gefordert. Doch China habe sich dem strikt widersetzt, berichteten Diplomaten.

Bewohner, Beamte und Journalisten seien auf Yeonpyeong sowie vier weiteren Inseln aufgefordert worden, sich in Anbetracht eines möglichen Angriffs Nordkoreas in unterirdische Schutzräume zu begeben, sagte der Sprecher der Bezirksregierung von Ongjin, Won Ji-young. Auf Yeonpyeong befänden sich derzeit 150 Personen, sagte Won am Montag.

Nordkorea verstärkt Truppen

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass Nordkorea die militärische Bereitschaft seiner Artillerie entlang der Westküste erhöht habe. Die Agentur zitierte einen Vertreter der südkoreanischen Regierung mit der Aussage, dass einige nordkoreanische Kampfflugzeuge, die sich zuvor in einem Hangar befanden, diesen mittlerweile verlassen hätten.

dapd/afp/sda/miw

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