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Sohn des kirgisischen Ex-Präsidenten flüchtet nach England

Maxim Bakijew hat in Grossbritannien Asyl beantragt. Er sieht sich in seiner Heimat zum Sündenbock für die Unruhen gestempelt.

War Wirtschaftsminister im Kabinett seines Vaters: Maxim Bakijew während einer Sitzung in Bishkek. (Archivbild)
War Wirtschaftsminister im Kabinett seines Vaters: Maxim Bakijew während einer Sitzung in Bishkek. (Archivbild)

Maxim Bakijew, Sohn des entmachteten kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakijew, hat in Grossbritannien einen Asylantrag gestellt. Das meldete die britische Nachrichtenagentur PA am Freitag unter Berufung auf eine Anwaltskanzlei. Das Innenministerium wollte sich zu dem Fall nicht äussern, stellte aber klar, dass Asylbewerbern während der Prüfung ihres Antrags eine Bleiberecht erhalten.

Kurmanbek Bakijew war im April nach blutigen Unruhen gestürzt worden. Ihm und seinen Vertrauten wurde Korruption vorgeworfen.

2000 Menschen gestorben

In dem zentralasiatischen Land konnte die Zahl der Todesopfer bei den jüngsten Unruhen nach Einschätzung von Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa bei fast 2000 und damit deutlich höher als bislang angegeben liegen. Beobachter vermuten, dass die in der vergangenen Woche ausgebrochenen Unruhen bewusst angezettelt wurden, um das Land zu destabilisieren.

Der Verdacht fällt auf Ex-Präsident Bakijew. Er soll aus dem Exil daran arbeiten, ein für den 27. Juni geplantes Referendum zu verhindern, das der Übergangsregierung mehr Legitimität geben würde. Sowohl der gestürzte Präsident als auch sein Sohn haben diesen Verdacht zurückgewiesen.

Die Übergangsregierung wolle mit den Anschuldigungen nur von ihrem Versagen ablenken, zitiert PA aus einer Erklärung Maxim Bakijews. «Die wollen mich eindeutig zum Sündenbock für das Chaos im Land machen», erklärte er.

dapd/oku

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