Snowdens Flucht-Flugzeug steht offenbar in Hongkong bereit

Hebt Edward Snowden noch heute Abend ab und bringt sich in Island in Sicherheit? Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat angeblich alles für die Flucht vorbereitet. Nun fehle nur noch das okay aus Reykjavik.

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Ein Charterflugzeug steht nach Angaben aus Wikileaks-Kreisen bereit, um den nach Hongkong geflohenen US-Computerexperten Edward Snowden nach Island auszufliegen. «Alles auf unserer Seite ist bereit, das Flugzeug könnte morgen abheben», sagte gestern der Geschäftsmann Olafur Sigurvinsson, der mit der Enthüllungsplattform Wikileaks in Verbindung steht, dem isländischen Sender Channel2. «Wir haben getan, was wir können. Wir haben ein Flugzeug und die gesamte Logistik. Jetzt warten wir nur auf die Antwort der (isländischen) Regierung.» Sigurvinsson ist Chef von Datacell, einer Partnerfirma von Wikileaks, die Spenden für die Enthüllungsplattform verwaltet.

Snowden muss bald entscheiden, wie es mit ihm weitergehen soll. Sein Touristen-Visum läuft Anfang August aus. Experten halten es laut CNN für unwahrscheinlich, dass Snowdens Visum verlängert wird. «Wenn die 90 Tage um sind, das Visum abgelaufen ist und nicht verlängert wird, dann wird er hier als illegaler Immigrant betrachtet. Er droht folglich von der Polizei aufgegriffen und ausgeliefert zu werden», sagt der Hongkonger Rechtsprofessor Simon Young dem US-Nachrichtensender.

Mit Spenden finanziert

Das Flugzeug, das Snowden aus Hongkong ausfliegen soll, gehört laut Sigurvinsson einer chinesischen Firma und wurde mithilfe von Spenden für mehr als 240'000 Dollar gechartert.

Laut Sigurvinsson wird Snowden wahrscheinlich nur mit grünem Licht der Regierung in Reykjavik nach Island ausreisen. «Es wäre dumm herzukommen, um dann in die USA ausgeliefert zu werden», sagte der Datacell-Chef. «In dem Fall wäre es besser, er bliebe, wo er ist.»

Reykjavik hat informelle Kontakte

Snowden, der am Freitag 30 Jahre alt wurde, hatte im Mai das geheime Spähprogramm Prism des US-Geheimdienstes NSA enthüllt, mit dem das Internet und der Telefonverkehr umfassend überwacht werden. Der Computerexperte floh anschliessend nach Hongkong. Island nannte er wegen seines Eintretens für die Freiheit des Internets als möglichen Asylort. Die Regierung in Reykjavik sagte, sie habe informelle Kontakte zu Snowden. Es ist bisher jedoch nicht sicher, dass die isländische Mitte-Rechts-Regierung dem Whistleblower Zuflucht gewähren will.

bru/AFP

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