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Rätselhafter Mord in London – ganz Karachi steht still

Imran Farooq, einer der einflussreichsten pakistanischen Exil-Politiker, wurde vor seinem Haus erstochen. Handelte es sich um eine gezielte Tötung oder um einen Raubmord? Derweil brodelt es in Karachi.

Ermordet im Exil: Die Polizei untersucht den Tatort im Norden Londons.
Ermordet im Exil: Die Polizei untersucht den Tatort im Norden Londons.
Keystone
War zwanzig Jahre im Exil: Der pakistanische Politiker Imran Farooq.
War zwanzig Jahre im Exil: Der pakistanische Politiker Imran Farooq.
AFP
In der Nähe des Familienhauses von Imran Farooq in Karachi wird derweil getrauert.
In der Nähe des Familienhauses von Imran Farooq in Karachi wird derweil getrauert.
Keystone
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Die Ermordung des pakistanischen Exilpolitiker Imran Farooq in London hat in Pakistans grösster Stadt Karachi Unruhen ausgelöst und das öffentliche Leben zum Erliegen gebracht. Das Stadtzentrum war am Freitag abgeriegelt, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen.

Auch der öffentliche Nahverkehr stand still, nachdem die in der Wirtschaftsmetropole dominierende Partei MQM am Freitag eine zehntägige Trauerzeit für ihr Gründungsmitglied und früheren Generalsekretär Imran Farooq ausgerufen hatte.

Umfassende Ermittlungen

Der 50-Jährige Farooq war am Donnerstagabend vor seiner Wohnung in der britischen Hauptstadt erstochen worden. Ob die Tat politisch motiviert war, blieb unklar. Die Polizei erklärte, sie habe umfassende Ermittlungen aufgenommen. Festnahmen habe es zunächst nicht gegeben.

Der pakistanische Premierminister Yousuf Raza Gilani verurteilte die Ermordung des Exilpolitikers. Als Reaktion auf die Nachricht steckten wütende Demonstranten in der Nacht auf Freitag in Karachi Autos in Brand. Tagsüber gab es keine Berichte von Gewalt mehr.

Seit Jahren auf der Flucht

Die Muttahida Qaumi Movement (MQM) ist die viertgrösste Partei Pakistans. In der südpakistanischen Provinz Sindh regiert sie in einer Koalition mit der Volkspartei PPP von Präsident Asif Ali Zardari. Sie vertritt die Interessen der Urdu-sprechenden Muslime, die nach der Trennung von Indien ins heutige Pakistan übergesiedelt waren.

Farooq befand sich seit fast zwanzig Jahren im Exil. Vor elf Jahren hatte er in Grossbritannien Asyl beantragt. Zuvor befand er sich sieben Jahre auf der Flucht vor der pakistanischen Polizei, die ihm Mord-Beteiligung und andere schwere Verbrechen vorwarf. Farooq hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Populäre Figur

Vor zwei Jahren zog sich Farooq aus der Politik zurück. Der zweifache Vater genoss bei MQM-Mitgliedern grosse Popularität, spielte in der Partei aber keine einflussreiche Rolle mehr.

Karachi hat eine lange Geschichte der Gewalt und ethnisch motivierter Unruhen. Erst im vergangenen Monat hatte der Mord an einem Spitzenvertreter der Partei zu schweren Unruhen geführt - 85 Menschen kamen ums Leben. Die Regierung in Islamabad machte dafür die radikal-islamischen Taliban und die Extremistengruppe Sipah-e- Sahaba Pakistan (SSP) verantwortlich.

SDA/jak

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