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Quake in Frieden

Eine gesamte Nation trauert um einen Vogel. Trevor, die einsamste Ente der Welt, ist kürzlich verstorben.

Ruht nun in Frieden: Der Erpel Trevor lebte auf der Pazifikinsel Niue. Auf der isolierten Koralleninsel leben nur 1'624 Menschen (Stand:2016)
Ruht nun in Frieden: Der Erpel Trevor lebte auf der Pazifikinsel Niue. Auf der isolierten Koralleninsel leben nur 1'624 Menschen (Stand:2016)
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Höchstwahrscheinlich wird die Pazifikinsel Niue nicht in die Geschichte der Menschheit eingehen als der Hotspot der grossen Ereignisse. Klar, 2008 holten sich die Rugby-Spieler vom neuseeländischen Mini-Riff den Sieg beim Oceanien Cup. Die 1800 Einwohner feierten die Nacht durch und fühlten sich für einen kurzen Moment unsterblich, aber ganz schnell kehrte der überschaubare Alltag wieder ein.

In den letzten Tagen jedoch war Niue wieder auf den Titelseiten der Zeitungen zu finden, in den Schlagzeilen der Abendnachrichten und in den Top 10 der Twitter-Hashtags. Nicht wegen der Rugby-Mannschaft oder irgendeinem Politiker, der beim Bäcker um die Ecke was verbrochen hatte und alles vertuschte. Nein, es ging um Trevor. Trevor, die einsamste Ente der Welt.

Streit mit Hahn

Vor rund einem Jahr wurde Trevor auf die entenlose Insel Niue geblasen, von Neuseeland oder Tonga oder irgendwo her. Und der Überraschungsgast lebte sich schnell in seiner neuen Heimat ein, wurde behandelt wie ein kleiner König. In Niue gibt es keine natürlichen Gewässer, also rollte die Feuerwehr einmal alle paar Tage ihren Schlauch aus und füllte die Pfütze wieder auf, in der Trevor herumschwaderte. Die Inselbewohner fütterten den Erpel mit Essensresten. Andere Tiere besuchten die Ente immer mal wieder und freundeten sich mit ihr an (ausser der nervige Gockel von nebenan, mit dem verkrachte sich Trevor früh; was das auch für ein Gekrächze war in den Morgenstunden!). Die grosse Berühmtheit von Niue wurde schnell auch ein bisschen zur kleinen Berühmtheit in den sozialen Medien. Auf Facebook hatte die Ente 2000 Freunde, über Twitter und Instagram quakte der Hashtag #Trevortheduck in den Weiten des WWW herum. Das Leben war gut für Trevor in seinem neuen Zuhause, und es hätte wohl ewig so weitergehen können.

Doch das alles hat nun ein Ende. Vergangene Woche wurde Trevor in seiner Pfütze von einem Hund überrascht und zerpflückt. Die ganze Welt trauert – und die Ente ist nun an einem Ort, an dem sie wohl nicht mehr ganz so einsam ist. Rae Findlay, die Chefin der Handelskammer von Niue, sprach von «traurigen Zeiten» und erzählte, dass die Hühner und die Vögel auf der Insel seit dem Tod ihres Freundes «etwas verloren» wirken. Und der neuseeländische Parlamentspräsident Trevor Mallard, Trevors Namensgeber, verkündete über Facebook: «Ruhe in Frieden Trevor – du warst eine coole Ente.»

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