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Parade ohne Kim Jong Il - Gerüchteküche brodelt

Nodkorea hat heute den 60. Geburtstag gefeiert. Doch Machthaber Kim Jong Il liess sich nicht blicken. Laut dem US-Geheimdienst könnte er einen Schlaganfall erlitten haben.

Der «Geliebte Führer»: Nordkoreas Diktator Kim Jong-il (rechts) mit seinem 1994 verstorbenen Vater Kim Il-sung, dem «Grossen Führer».
Der «Geliebte Führer»: Nordkoreas Diktator Kim Jong-il (rechts) mit seinem 1994 verstorbenen Vater Kim Il-sung, dem «Grossen Führer».
Keystone
Gigantismus und Personenkult: Kim Il-sung-Figur in Pyongyang, am 8. Juli 2008, seinem 14. Todestag. Kim Il-sung wurde 92 Jahre alt.
Gigantismus und Personenkult: Kim Il-sung-Figur in Pyongyang, am 8. Juli 2008, seinem 14. Todestag. Kim Il-sung wurde 92 Jahre alt.
Keystone
Im schwerbewaffneten Gleichschritt nationale Potenz demonstrieren: Parade auf dem Kim Il-sung Square am 9. September 2008 in Pyongyang.
Im schwerbewaffneten Gleichschritt nationale Potenz demonstrieren: Parade auf dem Kim Il-sung Square am 9. September 2008 in Pyongyang.
Keystone
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Auf dem grössten Platz der Hauptstadt Pjöngjang sei heute die nordkoreanische «Zivilarmee» aufmarschiert, bestehend aus militärisch ausgebildeten Arbeiter- und Bauernverbänden, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Die regulären Streitkräfte hätten nicht an der Parade teilgenommen.

Auch Kim habe sich dem Volk nicht gezeigt, hiess es weiter. Die Bilder des staatlichen nordkoreanischen Fernsehens zeigten demnach lediglich das protokollarische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam - die Nummer Zwei in der Machthierarchie des Landes - sowie Kims erster Stellvertreter in der Nationalen Verteidigungskommission, Jo Myong Rok.

Behütetes Staatsgeheimis

Der Gesundheitszustand des 66-jährigen Herrschers wird wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Es sei davon auszugehen, dass der nordkoreansiche Staatschef «in den vergangenen Wochen» einen «gesundheitlichen Rückschlag» zu verzeichnen hatte, sagte ein Sprecher des US-Geheimdienstes in Washington. Er habe «möglicherweise einen Schlaganfall erlitten».

Zuvor war bereits in den südkoreanischen Medien über Kims Gesundheitszustand spekuliert worden. Die Zeitung «Chosun Ilbo» zitierte einen südkoreanischen Diplomaten in Peking mit den Worten, Kim sei im vergangenen Monat zusammengebrochen. Der Herrscher sei herzkrank und soll an Diabetes leiden.

Ist Kim Jong Il sogar tot?

Der japanischen Professor Toshimitsu Shigemura behauptet gar, Kim Jong Il sei seit 2003 tot. Er sei an Diabetes gestorben. Seither werde er durch Doubles vertreten.

In der offiziellen nordkoreanischen Zeitung «Rodong Shinmun» wurde anlässlich des Jahrestages zur Stärkung der militärischen Macht und zur Einheit aufgerufen. «Es gibt keine Grenze für die ideologische und geistige Macht des Militärs und des Volkes, die unter ihrem Führer vereint sind», hiess es.

Hohe Militärausgaben

Die «Demokratische Volksrepublik Korea» war 1948 im Kalten Krieg gegründet worden. Kim Il Sung, der Vater von Kim Jong Il, verordnete dem Land mit der Juche-Ideologie eine weitgehende Autarkie.

Der kommunistische Staat unterhält mit mehr als einer Million Soldaten eine der grössten Armeen Asiens. Trotz wiederholter Hungersnöte haben die Ausgaben für das Militär Vorrang. Internationale Besorgnis löste in der Vergangenheit vor allem das nordkoreanische Atomprogramm aus.

Die meisten der rund 23 Millionen Einwohner sind bitterarm. Weite Teile der Bevölkerung sind weiterhin von internationaler Hilfe abhängig. Der abgeschottete Staat zählt zu den Ländern mit den schwersten Menschenrechtsverletzungen. Die Zahl der politischen Gefangenen wird auf 200'000 geschätzt.

SDA/vin/bru

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