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Neuer Präsident Pakistans heisst Zardari

Jetzt ist es offiziell: Der Sieger der Präsidentenwahl in Pakistan ist mit 481 von insgesamt 702 möglichen Stimmen Bhutto-Witwer Asif Ali Zardari. Er tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Pervez Musharraf an.

Grosser Jubel: Anhänger Zardaris von der Volkspartei PPP fahren hupend durch Islamabad.
Grosser Jubel: Anhänger Zardaris von der Volkspartei PPP fahren hupend durch Islamabad.
Keystone

«Ich gratuliere Asif Ali Zardari zu seiner Wahl», sagt der Chef der Wahlkommission Qazi Mohammed Farooq. Heute wird noch eine schriftliche Erklärung der Wahlkommission zum Sieg Zardaris erwartet.

Mit der Vereidiung des 52-Jährigen als neues pakistanisches Staatsoberhaupt wird in den kommenden Tagen gerechnet. «Die Zeremonie könnte bereits am Dienstag stattfinden», sagte Informationsministerin Sherry Rehman von der PPP.

Überwältigende Mehrheit

Der Chef der regierenden Pakistanischen Volkspartei (PPP) Asif Ali Zardari hat die Präsidentenwahl mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Wahlberechtigt waren mehr als 1100 Abgeordnete im Parlament in Islamabad sowie in den vier Provinzparlamenten.

Zardari ist Witwer der ermordeten früheren pakistanischen Ministerpräsidentin Benazir Bhutto. Sein Sieg bei der Wahl galt angesichts der Mehrheitsverhältnisse als sicher. Es gab zwei Gegenkandidaten.

Grosse Herausforderungen

Zardari steht vor grossen Herausforderungen: Das Land steckt mitten in einer Wirtschaftskrise, gleichzeitig greifen militante Islamisten immer offener die bestehende Ordnung an. Den Kampf gegen den Terrorismus erklärte Zardari deshalb schon zu einer seiner wichtigsten Aufgaben. Ein grundsätzlicher Kurswechsel ist von ihm nicht zu erwarten, auch die bislang engen Beziehungen zu den USA stehen wohl nicht zur Disposition.

Daran ändern wohl auch die Angriffe von US-Truppen auf pakistanischem Gebiet nichts, die sich gegen Anhänger der Taliban und des Terrornetzwerks Al Kaida in der Grenzregion richten. Dabei werden aber immer wieder auch Unschuldige getroffen, was in Pakistan für grosse Empörung sorgt.

Von Kritikern «Mr. Zehn Prozent» genannt

Zardari wird aber darauf achten müssen, dass er sich nicht zu eng an die USA anlehnt, da ihn dies die Unterstützung der Bevölkerung kosten könnte. Schon jetzt wandten sich kurz vor der Wahl einzelne Abgeordnete aus den betroffenen Regionen von ihm ab. Trotz aller Kritik wird sich Pakistan aber nicht von den USA abwenden können, dazu ist das Land viel zu sehr auf die Milliarden Dollar der US-Wirtschaftshilfe angewiesen.

Kritiker sehen Zardari als Symbol von Korruption und Misswirtschaft, die Pakistan in den 90er Jahren fast in den Ruin führten. Zardari erhielt damals den Spitznamen «Mr. Zehn Prozent», weil er während der Amtszeit seiner Frau als Ministerpräsidentin Bestechungsgelder eingestrichen haben soll. Er verbrachte Jahre im Gefängnis, ohne je verurteilt worden zu sein. Nach seiner Darstellung waren die Anschuldigungen politisch motiviert.

Der bisherige Staatschef Musharraf hatte sich nach jahrelangem Machtkampf dem Druck der PPP und anderer Parteien gebeugt und seinen Rücktritt erklärt.

SDA/bru

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