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«Meerwasser strömt herein!»

Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat erstmals Berichte von Arbeitern über die ausweglosen Momente während des Erdbebens und Tsunamis im März veröffentlicht.

Es geschah am helllichten Tage: Um 14.46 Uhr (Ortszeit) ereignet sich etwa 125 Kilometer vor der Nordostküste Japans in zehn Kilometer Tiefe ein Erdbeben. Seine Stärke wird zunächst mit 8,9 beziffert und später auf 9,0 korrigiert. Das gewaltige Beben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Flutwelle richten verheerende Schäden an und verwüsten ganze Landstriche.
Es geschah am helllichten Tage: Um 14.46 Uhr (Ortszeit) ereignet sich etwa 125 Kilometer vor der Nordostküste Japans in zehn Kilometer Tiefe ein Erdbeben. Seine Stärke wird zunächst mit 8,9 beziffert und später auf 9,0 korrigiert. Das gewaltige Beben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Flutwelle richten verheerende Schäden an und verwüsten ganze Landstriche.
AFP
Riesige Flutwelle: Die Tsunamiwelle rollt auf die Küste Japans zu. Für den gesamten Pazifikraum wird Tsunami-Alarm ausgelöst; die Wellen bleiben aber niedriger als befürchtet.
Riesige Flutwelle: Die Tsunamiwelle rollt auf die Küste Japans zu. Für den gesamten Pazifikraum wird Tsunami-Alarm ausgelöst; die Wellen bleiben aber niedriger als befürchtet.
Keystone
Ausstieg: Die japanische Regierung hat anderthalb Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, welche die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können.Bild: Ein Journalist mit einer Maske vor dem AKW Fukushima.
Ausstieg: Die japanische Regierung hat anderthalb Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, welche die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können.Bild: Ein Journalist mit einer Maske vor dem AKW Fukushima.
Keystone
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In den Berichten werden unter anderem die Versuche beschrieben, um eine Kernschmelze zu verhindern. «Als einer der Arbeiter in den Raum rannte und rief 'Meerwasser strömt herein', begriff ich, dass ein Tsunami die Anlage getroffen hatte», wird ein Vorgesetzter in einem Kontrollraum in dem vom Atomkraftwerkbetreiber Tepco veröffentlichten Zwischenbericht zitiert.

Die Lichter seien ausgegangen, und er habe sich völlig hilflos gefühlt. Andere Arbeiter hätten sich ängstlich gezeigt und die Anlage angesichts der hoffnungslosen Situation verlassen wollen. Ein Arbeiter berichtet, wie er mit Kollegen in Schutzmontur in einen stark verstrahlten Bereich gegangen sei, junge Kollegen aber aufgrund der hohen Strahlung daran gehindert worden seien.

Stiefel schmolzen

Die Hitze sei so gross gewesen, dass seine Stiefel geschmolzen seien. Ein weiterer berichtet davon, dass die Belegschaft wegen der vielen Nachbeben immer wieder aus Angst vor einem weiteren Tsunami einen Hügel hochgerannt sei.

Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der anschliessende Tsunami vom 11. März legten die Elektrizitäts- und Kühlsysteme des Atomkraftwerks im Nordosten Japans lahm und hatten die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren zur Folge.

Rund 20'000 Menschen kamen durch das Erdbeben und den Tsunami ums Leben. Durch den Atomunfall wurde zwar niemand direkt getötet, zehntausende Menschen wurden jedoch obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar wurden.

SDA/miw

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