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Liu Xia will Friedensnobelpreis ihres Mannes entgegennehmen

Die Frau des inhaftierten Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo will den Friedensnobelpreis in Norwegen abholen. Ob dies klappen wird, ist fraglich – sie darf ihr Haus nicht mehr verlassen.

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Letzte Vorbereitungen: Arbeiter vor einem Plakat von Liu Xiaobo in Oslo.
Letzte Vorbereitungen: Arbeiter vor einem Plakat von Liu Xiaobo in Oslo.
Reuters
Besseres Essen für den Friedensnobelpreisträger: Die Haftbedingungen für Liu Xiaobo verbesserten sich nach der Neuigkeit, dass er den Preis erhält.
Besseres Essen für den Friedensnobelpreisträger: Die Haftbedingungen für Liu Xiaobo verbesserten sich nach der Neuigkeit, dass er den Preis erhält.
Keystone
Gedenken der Opfer: Liu Xiaobo widmete seinen Preis den Menschen, die bei der Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Juni 1989 starben.
Gedenken der Opfer: Liu Xiaobo widmete seinen Preis den Menschen, die bei der Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Juni 1989 starben.
Keystone
«Eintritt untersagt»: Vor dem Gefängnis, wo Liu Xiaobo einsitzt, halten zwei Wachmänner die Medien auf Distanz.
«Eintritt untersagt»: Vor dem Gefängnis, wo Liu Xiaobo einsitzt, halten zwei Wachmänner die Medien auf Distanz.
Keystone
Unterstützung aus Taiwan: Präsident Ma Ying-jeou gratulierte Liu Xiaobo zum Friedensnobelpreis.
Unterstützung aus Taiwan: Präsident Ma Ying-jeou gratulierte Liu Xiaobo zum Friedensnobelpreis.
Keystone
Unterstützung für den Nobelpreis-Gewinner: Anhänger von Liu Xiaobo protestierten am 8. Oktober.
Unterstützung für den Nobelpreis-Gewinner: Anhänger von Liu Xiaobo protestierten am 8. Oktober.
Keystone
Peking am 8. Oktober: Ein Sicherheitsmann reagierte vor dem Gebäude, in dem die Ehefrau des Nobelpreisträgers lebt, auf die Anhänger von Liu.
Peking am 8. Oktober: Ein Sicherheitsmann reagierte vor dem Gebäude, in dem die Ehefrau des Nobelpreisträgers lebt, auf die Anhänger von Liu.
Keystone
Eine Anhängerin von Liu Xiaobo feierte unterdessen den Entscheid des Nobelpreiskomitees.
Eine Anhängerin von Liu Xiaobo feierte unterdessen den Entscheid des Nobelpreiskomitees.
Keystone
Ein kontroverser Entschluss: Das Nobelpreiskomitee ehrt Liu Xiaobo für seinen «langen gewaltlosen Kampf» für Menschenrechte China. Liu sitzt seit Dezember 2009 eine 11-jährige Haftstrafe ab.
Ein kontroverser Entschluss: Das Nobelpreiskomitee ehrt Liu Xiaobo für seinen «langen gewaltlosen Kampf» für Menschenrechte China. Liu sitzt seit Dezember 2009 eine 11-jährige Haftstrafe ab.
Keystone
Thorbjoern Jagland vom norwegischen Friedensnobelpreiskomittee mit einem Foto von Liu Xiaobo.
Thorbjoern Jagland vom norwegischen Friedensnobelpreiskomittee mit einem Foto von Liu Xiaobo.
Keystone
Die Journalisten wollten mit allen Mitteln ein Statement von Liu Xiaobo.
Die Journalisten wollten mit allen Mitteln ein Statement von Liu Xiaobo.
Keystone
Schaulustige beobachteten das Geschehen vor dem Haus von Liu Xia.
Schaulustige beobachteten das Geschehen vor dem Haus von Liu Xia.
Keystone
Mo Zhixu, ein Freund der Familie Liu, sprach im Namen der Ehefrau zu den Journalisten.
Mo Zhixu, ein Freund der Familie Liu, sprach im Namen der Ehefrau zu den Journalisten.
Keystone
Das Erbe von Tiananmen: Liu Xiaobo am Grab von Bao Zunxin, einem politischen Dissidenten von 1989.
Das Erbe von Tiananmen: Liu Xiaobo am Grab von Bao Zunxin, einem politischen Dissidenten von 1989.
Keystone
Eine starke Frau an seiner Seite: Liu Xia, die Ehefrau des Literaturprofessors, am Tag nach der Urteilsverkündung gegen ihren Mann.
Eine starke Frau an seiner Seite: Liu Xia, die Ehefrau des Literaturprofessors, am Tag nach der Urteilsverkündung gegen ihren Mann.
Keystone
Liu Xia zeigt den Medien Fotos aus besseren Tagen.
Liu Xia zeigt den Medien Fotos aus besseren Tagen.
Keystone
Beliebt in der Bevölkerung: In Hongkong kam es im Januar 2010 zu Protesten gegen Liu Xiaobos Haftstrafe.
Beliebt in der Bevölkerung: In Hongkong kam es im Januar 2010 zu Protesten gegen Liu Xiaobos Haftstrafe.
Keystone
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Die Frau des inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo will nach eigenen Angaben den Friedensnobelpreis ihres Mannes in Norwegen abholen. «Er (Liu Xiaobo) sagte, er hoffe, ich könne den Preis für ihn entgegennehmen», sagte die unter Hausarrest stehende Liu Xia der Nachrichtenagentur AP am Dienstag. Sie sei aber nicht optimistisch, was ihre Chancen angehe, zur Preisverleihung nach Oslo zu reisen.

Mittlerweile dürfe sie nicht einmal ihr eigenes Haus verlassen, teilte Liu über ein Mobiltelefon mit, das ihr Bruder ihr besorgt hatte, nachdem ihr eigenes Handy von den Behörden unbrauchbar gemacht worden war. Der Ausgang sei ihr nur in Begleitung der Polizei gestattet. «Ich darf keine Freunde oder Journalisten treffen», sagte sie.

Für Liu Xiaobo hat der Nobelpreis allerdings offenbar bessere Haftbedingungen zur Folge. Statt der bescheidenen Massenkost, die gewöhnlichen Gefangenen vorgesetzt wird, erhalte Liu extra für ihn zubereitetes Essen mit Reis, sagte seine Frau. Das habe der Bruder ihres Mannes gesagt. Von weiteren Hafterleichterungen war zunächst nichts bekannt.

Peking kritisiert Unterstützung für Liu Xiaobo

Peking kritisierte unterdessen die Unterstützung ausländischer Regierungen für den Friedensnobelpreisträger Liu als Einmischung in seine inneren Angelegenheiten. Ein Sprecher des Aussenministeriums sprach in diesem Zusammenhang am Dienstag von «Respektlosigkeit gegenüber dem chinesischen Rechtssystem».

Offenbar aus Ärger über die Vergabe des Friedensnobelpreises an den Dissidenten sagte China ein weiteres ein Treffen mit der norwegischen Fischereiministerin Lisbeth Berg-Hansen ab. Eine Sprecherin des norwegischen Aussenministeriums sagte, man bedauere, dass das Treffen von der Ministerin mit dem Vertreter der chinesischen Behörde für Qualitätskontrolle und Quarantäne nicht stattfinde. Peking habe die Absage mit Terminproblemen des zuständigen Vizeministers begründet. Bereits am Montag war ein für Mittwoch geplantes Gespräch zwischen Berg-Hansen und ihrem chinesischen Fachkollegen abgesagt worden.

(dapd)

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