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Korrupt bis ins Mark

Korruption ist in der chinesischen Gesellschaft tief verwurzelt. Ausländische Firmen werden mit hineingezogen, weil sie oft ahnungslos sind, wo die Gefahren lauern. Das kann jetzt richtig brenzlig werden.

Pompöse Diners in schicken Restaurants – das kann neu auch in China zum Problem werden. Foto: Jon Paul (Gallery Stock, Keystone)
Pompöse Diners in schicken Restaurants – das kann neu auch in China zum Problem werden. Foto: Jon Paul (Gallery Stock, Keystone)

Der Geschmack des tiefdunklen Cabernet lag dem Manager gerade auf der Zunge, als der Kellner im weissen Hemd und schwarzer Weste die Vorspeise ­servierte. Der leichte Mentholduft vom frischen Basilikum über dem Caprese-Salat zog dem Deutschen in die Nase. «Bitte, akzeptieren Sie diese kleine Aufmerksamkeit», sagte der chinesische Gesprächspartner und schob eine kleine Tüte über die schneeweisse, faltenlose Tischdecke. Dem Manager war nicht ganz wohl in seinem grauen Anzug. Als Mitarbeiter eines weltweit tätigen Konzerns hat er sich an strenge Regeln zu halten, wenn er eingeladen wird oder Geschenke erhält. Die Firmen müssen jedem Verdacht vorbeugen, um nicht­ ­irgendwann mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert zu werden – jetzt mehr denn je. Und dann dieses Dilemma.

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